Aquamarin, beliebter, aber nicht kostbarer blaßgrüner Schmuckstein, eine Abart des Beryll d.). Auch die grünen und blauen Varietäten des Topas (s. d.) kommen unter dem Namen echter oder orientalischer A. in den Handel. Aquarellmalerei. Aquarell (vom ital. acquarello) bezeichnet die Malerei mit Wasserfarben. Man arbeitet bei diesem Verfahren entweder die Zeichnung mit Sepia, Chinesischer Tusche u. s. w. vor und überlegt sie dann mit lasierenden, durchsichtigen Farben oder man schattiert ohne jene Untertuschung mit gebrochenen Farben auf transparente. Meistens bedient man sich der aftfarben eben ihres durchsichtigen achr dorn wegen; do sind auch die von Natur mehr deckenden Erdfarben in Gebrauch, welche durch Reiben und Schlämmen den Eigenschaften der Saftfarben näher gebracht werden. Das gewöhnliche Bindemittel ist das Arabische Gummi. Werden die Bilder in sehr kleinem Maßstabe auf Pergament, geleimtem Pa ier oder Elfenbein ausgeführt, so Rehoren sie der Miniaturmalerei an. So alt auch der letztere Kunstzweig, ist doch die A. eine junge Kunst, kaum 100 Jahre alt; denn wenn auch mit Wasserfarben schon in der Schule Giottos gemalt wurde, so ist das Aufkommen eines eigenen maleris Nen Stils in diesem ache erst eine Erscheinung der Neuzeit. Ihre Wiege ist England, wo sie auch jetzt noch ihren Hauptsitz hat. Trotz ihrer kurzen Entwickelung lassen sich in der 1794), der als Begründer der A. betrachtet werden kann, legte mit Braun und Grau an und gab den lichten Stellen einen Hauch von roter oder blauer Farbe. Girtin (gest. 1802) betonte die Unterlage kräftiger und war in der Imen mit Dari sehr geschickt. Ihnen folgte Cotman mit Dar tellungen italischer und nordischer Natur. Den Landschaftsmalern schlossen sich die Figurenmaler Cristall und Liverseege an mit einer bei diesem Darstellungskreise schon von selbst mehr sich vordrängenden Färbung. Der originelle Turner (s. d.) emanzipierte das Aquarell von der Untertuschung, indem er gleich in Farben konzipierte. Diese Art Mulen von 1800 an. Die erste (Gesellschaft von Malern in Wasserfarbeno wurde 1805 gegründet; ihr ist später eine sog. Neue Gesellschaft gefolgt. In den ersten 20 Jahren bildete sich eine Schule, welche man die des reinen Stils nennen kann, insofern die Mittel dieser Darstellungsart in ihrer ganzen Kraft entwickelt erscheinen und dabei ihr Charakter festge-Urrar wird. Die Chemie unterstützte die Bestreungen durch Auffindung und Herstellung dauerhafterer Farben. Von diesen Künstlern sind zu nennen; Fielding, ein Landschaftsmaler im großen Stil, und S. Prout (gest. 1852), der Architekturen fast aller Hauptstädte Curopas schildert, aber die Zonen nicht unterscheidet, sondern alles in derselben klaren und hellen Beleuchtung gibt. David Cox (783—1859) dagegen malte die Schönheit der heimatlichen Natur in breitem, skizzenhaftem Vortrag, voll Wirkung. Trerffliche AMefente Lewis (186 namentlich aus dem Orient, lieferte Lewis (1805— 76). Andere Figurenbilder (Einzelgestalten von Betenden, Singenden, Lesenden, Waisenkindern u. s.w., oft bis zur Lebensgröße) malte Hunt (1790 —1864), der auch vorzügliche Blumen⸗ und Fruchtstücke sowie Stillleben lieferte. Einem neuern Kreise, der in der Gegenwart steht und mehr oder weniger in der Behandlung, zum Teil auch im Darstellungsstoff, an das Gebiet der Olmalerei streift, gehört Cattermole (1800 —68) an, der bei breitem, lebendigem, pastellartigem Vortrage historische oder aus dem Shakspeare genommene Stoffe liebt; ferner Toplane, ein ranfefer Genremaler; in der Architektur: Nash, Roberts, Haghe, Stanfield; in der Marine: Cooke, Duncan, sehr naturwahr und ohne Übertreibung; in der Landschaft: Fripp, Harding, Bonington, Davidson, Birkel u. s. w. Branwhite vereinigt seine Wasserfarben mit Pastell und erzielt dadurch eine Wirkung wie von einem Olbilde vor dem Firnis. Ders elbe schildert mit poetischem Geist Naturscenen in erheblicher Ausdehnung. Außerdem schildern das Tier⸗ und Jagdleben des Hochlandes in großen Tafeln mit kräftigem Vortrage Taylor und Landseer (s. d.), sodaß es kein Darstellungsgebiet giebt, welches die englische A. nicht pflegte. Einen etwas andern Cnralter hat die A. in Frankreich angenommen. Hier galt es mehr kleinere Skizzen zu produzieren, in denen sich nur ein flüchtiger Gedanke gewandt und kräftig ausspricht. Meister wie Delaroche, Gudin, Johannot u. a. betrieben diese Malerei als Nebenzweig, besonders um der damaligen on elentchen an Albums zu genügen. Unter den eigentlichen Aquarellmalern zeichnen sich in Frankreich aus, in Landschaften: Ifabey der Vater, Hubert, J. Ouvrié, Gue, Fort; in Porträts: Olivier Grand u. a.; in Blumen: Redouté und die Damen Desportes und Martin-Bouchere. In neuerer Zeit ist in Frankreich das Aquarellieren nicht mehr so sehr in Aufnahme. Diejenigen Künstler, welche es noch betreiben, üben es mehr im größern Stil nach Art der Engländer. In dieser Weise glänzt der ngere Delacroix. Ein anderes eminentes Talent ist Th. Valerio (1819 —79), der sich die treue Schilderung ganzer Völker, namentlich des östl. Europa, ben Aufgabe gestellt hat. Ferner sind hervorzuheben: Descamps (Genre), Raffet (militärische Scenen), Gavarni, Girard. Von deutschen Aquarellisten kommen die Arbeiten Karl Werners (s. d.) aus Leipzig an Kraft der Farbe den Leistungen der Engländer und er Zeihm gleich, während er sie in der Präcision der Zeichnung sogar übertrifft. Neben ihm sind unter den Deutschen anzuführen: E. Hildebrandt, dann Biermann in Berlin, wo Otto und dessen Schule besonders auch das Porträt kultivierten; in Wien Alt, Heinrich, Stöckler, Selleny, Agricola, Fendi, Gauermann; in München Neureuther, in Düsseldorf Scheuren.