FeedAramãa
ErdkundeBrockhaus 1882

Aramãa, von dem hebr. Aram, begreift das ganze, in zum Teil natürliche, aber historisch xj chwankende Grenzen eingeschlossene Land im Nordosten Palästinas, zwischen Phönizien, dem Libanon, Arabien, dem Tigris und Taurus, Länder, die von den Griechen Syrien, Babylonien und Mesopotamien genannt wurden. Die gemeinsame Sprache der dort herrschenden Völter, die zu dem semit. Stamme gehörten, wird die aramäische Sprache genannt und zerfällt in zwei Hauptdialekte: 1) das sog. Chaldäische: 2) das S rische. Jenes wird gewöhnlich als das Ostaramässche von diesem als dem Westaramäischen unterschieden richtiger jedoch ist jenes das Aramäische im engern inne zu nennen, welches zur Zeit Jesu auch die Landessprache Palästinas war und worin einzelne Stücke der Bibel und die jüd. 4en Heesn geschrieben sind (s. delung 8-2 wogegen dieses eine jüngere Entwickelung des Aramäismus darstellt, welche uns in der Peschito und der Litteratur der christl. Syrer entgegentritt. (S. Syrische Sprache.) Außerdem gibt es noch eine Anzahl Dokumente in den Dialekten der Samaritaner, Mandäer und Palmyrener, die diesem Sprachzweige sich anschließen. Auch die Sprache des Talmud (s. d.), namentlich der babylon. Gemara, ist stark mit aramäischen Elementen gemischt. Die aramäischen Sprachen sind im allgemeinen die härteste, ärmste und am wenigsten ausgebildete Form des semit. Sprachstammes, die jetzt fast ganz ausgestorben ist und dem Arabischen und Persischen hat weichen müssen. Nur in einigen entlegenen Teilen Kurdistans sowie in einigen Dörfern Syriens leben noch aramäische Dialekte als Volkssprache.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 824Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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