FeedArgensola
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Argensola (Lupercio und Bartolomé Leonardo de), zwei hervorragende span. Dichter der klassischen Zeit, wurden zu Barbastro in Aragonien, und zwar Lupercio 1564, Bartolomé 1566 geboren. Sie studierten zu Huesca; Lupercio erwarb sich schon um 1585 durch drei Tragödien (La Isabelad, Wa Alejandrab, La Filiso, letztere nicht erhalten) all-Sierrent Beifall. Durch die Gunst Marias von sterreich, der Witwe des Kaisers Maximilian II., die sich nach dem Tode desselben nach Madrid zurückgezogen hatte, wurde Lupercio zu deren Sekretär, Bartolomé zu ihrem Kaplan berufen. Später ward Lupercio vom Erzherzog Albert von Osterreich 4 Kammerherrn und vom König Philipp III. sowohl wie von den Ständen Aragoniens zum Historiographen (Cronista mayor) dieses Königreichs ernannt, weshalb er sich einige Zeit in Saragossa aufhielt. Sein Bruder, der sich nach dem Tode der Kaiserin Maria 1603 mit Philipp III. nach Valladolid und 1609 nach Madrid begeben und im Auftrage des Grafen von Lemos, damaligen Präsidenten des Rats von Indien, seine Conquista de las Molucaso (Madr. 1609) herausgegeben hatte, folgte ihm nach Saragossa. Im J. 1611 gingen beide zrüder, die sich inzwischen 995 als lyrische Dichter einen bedeutenden Ruf erworben hatten, mit dem Jen Vizekönig ernannten Grafen von Lemos nach teapel, woselbst 1613 Lupercio in der Stellung eines Staats⸗ und Kriegsministers starb. Bartolome kehrte 1616 mit dem Vizekönig nach Spanien zurück, wurde an die Stelle seines Bruders zum Historiographen der Krone Aragoniens erwählt und nahm seinen bleibenden Aufenthalt in Saragossa. Er beschäftigte sich nun vorzugsweise mit der Ausarbeitung der Fortsetzung von Zuritas Annalen von Aragonienv, wozu bereits sein Bruder Vorarbeiten gemacht hatte. Doch erschien, da Bartolomé 26. Febr. 1631 starb, nur Primera parte de los anales de Aragon, que prosigue los del secretario Geronimo Zurita desde el ano 15165 (Sarag. 1630), die J. 1516—20 weitläufig behandelnd. Erst nach dem Tode beider Brüder veranstaltete der Sohn des ältern eine Sammlung ihrer Rimasy (Sarag. 1634), neu aufgelegt in der Coleccion de Ramon Fernandez (Madr. 1786 u. öfter). Beide bildeten sich nach den röm. Dichtern, vorzugsweise nach Horaz, und daher haben auch ihre Gedichte, die sich 60 0 durch die sorgsamste Glätte der Reicht als durch Originalität der Erfindung und eichtum der Phantasie auszeichnen, einen durchaus ähnlichen Grundcharakter. Bartolome gehört übrigens schon vermöge seiner histor. Werke ein Platz unter den span. Klassikern. Viele setzen ihn, wenigstens in stilistischer Hinsicht, weit über Zurita und halten ihn überhaupt, was Korrektheit und Rundung der Sprache anlangt, Imt unübertroffen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 868Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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