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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Arion, berühmter griech. Dichter und Musiker aus Methymna auf Lesbos, um 620 v. Chr., wird von den Alten der Erfinder des kunstmäßigen Dithyrambos genannt, d. h. er bildete den Bacchusgesang aus, der an dem Altare des Gottes von dem Chor gesungen wurde. Besonders bekannt ist A. durch eine Sage, die schon von Herodot 18esch dann von griech. und röm. Dichtern weiter ausge Henen auch in einem A. selbst fälschlich zugeschriebenen Hymnus gefeiert, in neuerer dent namentlich von A. W. legel zu einer Ballade verarbeitet wurde. Nach dieser Sage wollten den A., der sich die meiste Zeit bei dem Beherrscher Korinths, Periander, aufhielt, als er mit reichen Schätzen von einer Reise nach Sicilien und Italien nach Korinth zurückfuhr, die Schiffer aus Habsucht töten. A. bat, noch einmal seine Kunst üben zu dürfen, trat, als es ihm gestattet wurde, festlich geschmückt, die Kithara in der Hand, auf das Verdeck und stürzte sich nach dem Gesange in das Meer. Aber er ward wunderbar gerettet. Ein Delphin nahm den Sänger auf den Rücken und trug ihn zum Vorgebirge Tänaron, von wo er nach Korinth zurückkehrte. Die Schiffer, die hier erst später ankamen und auf Befragen verlasen he daß sie A. wohl und gesund in Tarent verlassen hätten, ließ Periander an das Kreuz schlagen. Noch zu den Zeiten des Pausanias stand bei Tänaron ein Denkmal aus Erz, welches einen Mann auf einem Delphin reitend darstellte und für ein Weihgeschenk A.s galt. Auch Künstler späterer Zeit haben diesen Stoff behandelt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 889Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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