Apraxina, deren Vater Matweéi 1678 im Kampfe gegen die Kalmücken gefallen war, wurde 14. Febr. 1682 die Gemahlin Feodors III. und starb 31. Dez. 1715. — Peter, Graf A., ihr älterer Bruder, begleitete Peter d. Gr. 1697 nach Holland, war bei der Generallem der Strelitzen thätig und nahm als Generallieutenant am schwed. Kriege teil. Die rebellierenden Wolgavölker unterwarf er 1703 in kurzer Zeit. Bei dem Prozesse gegen Alexei, den Sohn Peters d. Gr., wurde anch A. verhaftet und nach Moskau abgeführt, erhielt aber ein freisprechendes Urteil. Er starb 29. Mai 1729 zu Petersburg. — Feodor, Graf A., geb. 1671, gehörte seit 1700 zu den einflußreichsten Pers önlichkeiten in der Zeit Peters d. Gr. Zum Generaladmiral ernannt, wurde er der Schöpfer der russ. Marine. m schwed. Kriege besiegte er den schwed. General übeker in Ingermanland, eroberte 1710 Wiborg in Karelien und kommandierte 1711 während des von Karl XII. angefachten Türkenkriegs auf dem Schwarzen Meere. Bei der Eroberung heile und 1713 leitete er die Angriffe von der Seeseite und nötigte Schweden 1721 zum Frieden von Nystad, durch welchen Rußland in den Besitz Ingermanlands und der Ostseeprovinzen gelangte. Nachdem er noch Peter d. Gr. als Befehlshaber auf dem Daaleiter egen die „51 Länder und Persien egleitet, starb er 10. Nov. 1728. Zweimal, 1715 und 1718, wurde er in Untersuchungen wegen Bestechlichkeit und Veruntreuungen höherer Beamten verwickelt und schuldig befunden, aber Deen vom Zaren gegen ein namhaftes Lösegeld begnadigt. sener eter d. Gr. wußte, daß A. ein Gegner seiner Reformen war, so gehörte derselbe doch zu der nächsten und vertrautesten Umgebung des Kaisers. — Stepan Fedorowitsch A., ein Verwandter des vorigen, focht unter Münnich gegen die Türken, stieg zum General-en-Chef und war einer der eifrigsten Gegner L'Estocgs und der preuß. Partei am russ. Hofe. Bei Beginn des Siebenjährigen Kriegs erhielt er als Feldmarf chall den Oberbefehl über die russ. Armee gegen Friedrich II., fiel Ende Mai 1757 in Preußen ein, eroberte Memel, drang unter den zügellosesten Verwüstungen bis gegen Wehlau vor und besiegte in der Schlacht von Großjägerndorf 30. Aug. 1757 den preuß. General Lehwald. Obgleich ihm dieser Sieg den Weg nach Königsberg Rolne er zog er sich doch nach Kurland zurück, 1 ge eines mit dem Reichskanzler Bestushew verabredeten Plans, die Krone nach dem Tode der schwer erkrankten Kaiserin unmittelbar auf den Großfürsten Paul Besushew zu lassen. Die Kaiserin jedoch genas, Bestushew wurde verurteilt und verbannt, A. aber vor ein Kriegsgericht gestellt, vor dessen Entscheidung er 31. Aug. 1758 im Gefängnis starb. Sein Leben beschrieb Vantysch⸗ Kamenfkij in den 4Biographien der russ. Feldmarschäller (4 Bde., Petersb. 1840 — 41). — Die heutigen Grafen A. stammen von Andréi Matwejewitsch, einem Bruder Peters und Feodors, der am Hofe Peters d. Gr. das Amt eines Oberschenken bekleidete und 7. Febr. 1722 die gräfl. Würde erhielt. Graf Stepan Fedorowitsch A. war bei der , des Cheoal des Kaisers Nikolaus Kommandeur des Chevaliergardenregiments, wurde Generaladjutant und 1843 General der Kavallerie und starb im Mai 1862. Ihm Bazari der unter dem Namen A.⸗Dwor bekannte azar in Petersburg.