FeedArmstrongkanone ist ein Geschütz
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Armstrongkanone ist ein Geschütz, welches sich durch das Fabrikationsverfahren wie durch die In en Rei ersteres gehört die A. zu den künstlichen Metallkonstruktionen oder Ringrohren. Um die hintere Hälfte einer stählernen Kernröhre, welche die Seele des Rohrs enthält, wird in mehrern Lagen übereinander eine Reihe schmiedeeiserner Cylinder gelegt, welche sich in glühendem Zustande befinden und beim Erkalten fest an die jedesmalige innere Schicht anschließen. Diese Cylinder entstehen durch Aufwickeln von in schweißwarmem Zustande befindlichen Eisenstangen um einen eisernen Dorn und demnächstiges Ausschmieden. Die Dichtigkeit und Festigkeit der einzelnen, den hintern Teil des Rohrs bildenden Schichten wächst von außen nach dem Innern des Rohrs zu derart, daß dieser am meisten dem Drucke der Pulvergase t aeit w. Partie eine große an Cyliudern u die⸗ zuteil wird. In den einzelnen Cylindern ist die Festigkeit des Schmiedeeisens in der günstigsten Weise ausgenutzt. Das Armstrongsche Verfahren wurde später dahin modifiziert, daß man an die Stelle einer größern Zahl kleinerer eine geringere Zahl größerer Cylinder setzte. Der Konstruktion nach gehörte die ursprüngliche A. zu den Hinterladern mit Bleiführung, also mit gänzlicher Beseitigung des Spielraums zwischen Geschoß und Seelenwänden. Das Verschlußstück wurde durch eine in der obern Rohrwand befindliche Offnung eingesetzt und durch eine hohle Druckschraube festgestellt. Letztere ließ beim Laden Geschoß und Pulverladung durch. Die 1ltbareätodelen des Verschlusses, die geringe Haltbarkeit desselben und der ungenügende Gasabschluß brachten die A. und damit auf längere Zeit die Hinterladungsgeschütze überhaupt bei den Engländern in Mißkredit. Armstrong konstruierte dann unter Beibehaltung seines Fabrikationsverfahrens Vorderlader, aus welchen sich das engl. Woolwich-System (1865) entwickelte. (S. unter Geschütz.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 933Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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