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BaukunstBrockhaus 1882

Arnim (Dietlof Friedr. Adolf, Graf von), Mitglied des Deutschen Reichstags, ältester Sohn des vorigen, geb. auf Schloß Boitzenburg, 12. Dez. 1832, studierte seit 1851 die Rechte in Göttingen, Bonn und Berlin, arbeitete als Auskultator (1855) beim Stadtgericht in Berlin und beim Kreisgericht in Merseburg, verwaltete als Regierungsreferendar (1857) das Landratsamt des Mansfelder Gebirgskreises und wurde 1862 Assessor bei der Regierung zu Potsdam. Während des Feldzugs gegen Dänemark als Ordonnanzoffizier zum Prinzen Friedrich Karl und später zum General von Herwarth kommandiert, nahm er an dem Übergange nach Alsen teil. Im Aug. 1864 wurde A. Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern, 1866 Landratsamtsverweser und 1868 Landrat des Kreises Templin, in dem Boitzenburg liegt. Nach dem Tode seines Vaters übernahm er die Bewirtschaftung der Arnimschen Güter, — aber die Verwaltung des Kreises bei und verblieb in derselben bis 1873, nachdem er während des Feldzugs gegen 90 de 3. als Ordonnanzoffizier bei dem Kommando des 3. Armeekorps fungiert hatte. Im März 1873 zum Bezirkspräsidenten von Elsaß-Lothringen in Metz ernannt, wurde er durch den Tod seiner Gattin Cr Gräfin Schweinitz aus Berghof) veranlaßt, im Sept. 1874 seinen Abschied nachzusuchen. Derselbe wurde im November bewilligt, aber schon 7. Dez. erfolgte A.s Berufung zum Oberpräsidenten von Schlesien. In dieser Stellung blieb er bis 1877, wo er sich infolge des Konflikts seines Vetters, Grafen Harry von A., mit dem Reichskanzler Fürsten von Bismarck aus dem Staatsdienst gänzlich zurückzog. Nach dem Tode seines Vaters (1868) wurde A. als dessen Majoratsnachfolger mit erblichem Recht in das preuß. Herrenhaus berufen. A. war Mitglied des Norddeutschen Reichstags für den Wahlkreis Rup⸗ . und wurde 1871 von demselben Wahlkreise in den Deutschen Reichstag gewählt, dem er seitdem ununterbrochen angehört hat. Anfangs jeder Fraktion fernbleibend, schloß er sich später der Deutschen Reichspartei (Freikonservative) an. Er wurde 1879 und 1880 zum Präsidenten des Reichstags gewählt, lehnte jedoch im Frühjahr 1881 die wieder auf ihn gefallene Wahl ab, weil er nicht gemeinschaftlich mit einem Mitgliede des Centrums das Präsidium lchen wollte. A. gehörte (1875) der außerordentlichen und (1879) der ersten ordentlichen Generalsynode an, die me zu ihrem Präsidenten wählte. Auch ist er Mitglied des Generalsynodalrats und des Generalsynodalvorstandes.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 943Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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