abreiben, 1. (Mal.) die Farben abreiben, frz. broyer, engl. to grind, to rub down, to bray. Die Farben werden auf dem Reibstein mittels des Laufers zerrieben, dann zu dem Pulver etwas von dem gewählten Bindemittel gegossen u. durch gehörig fortgesetztes Reiben mit dem Pulver zu einem zähen Brei vereinigt; dies nennt man die Farbe mit dem Bindemittel abr.; s.übr. d. Art. Farbe. — 2. (Hochb.) eine Wand oder Decke abreiben, frz. racler, engl. to scrape off, eine Wand, die schon einmal angestrichen oder tapeziert war, wird, ehe man sie von Neuem streicht oder tapeziert, abgerieben, weil sonst die Farbemasse zu dick werden und abblättern könnte; oder wenn Tapete darauf käme, so würde die alte Farbe mehr Adhäsion zu dem Leim, der an der Tapete ist, als zu dem Kaltputz der Wand haben u. mit der Tapete sich abziehen und Blasen bilden. Auch wird jeder Anstrich auf einer neu abgeriebenen Wand gleichmäßiger und sauberer, als auf einer Wand mit altem, vielleicht schmuzigem Farbenanstrich. Zum Abreiben bedient man sich kleiner eiserner Kratzen (s.d.) an langen hölzernen Stielen, mit denen man die Farbe abstößt. Dadurch werden aber bei nicht ganz geschickter Handhabung der Kratze leicht Löcher in die Wand gestoßen, auch entsteht sehr viel Staub, und man zieht es daher an vielen Orten vor, die Wände mit nassen Bürsten abzuwaschen oder mit einem glatt geschliffenen Sandstein abzureiben, frz. krotter au gré, engl. to grind, wodurch eine gleichmäßige Glätte derselben erzielt wird. Durch Staub oder Rauch beschmuzte tapezierte Wände od. gemalte Wände und Decken kann man dadurch reinigen, daß man sie mit Brot oder mit zusammengeballten, weichen, womöglich seidenen Tüchern abreibt. — 3.(Maur.) den Putz abr., frz. krotter à Laplanissoire, engl. tofloat, t0 flatten, nennt man die letzte Arbeit zu Vollendung einer geputzten Wand mittels Reibebretchen (s. d.).