anfürben, 1. trans. Z., anfangen zu färben, den ersten Anstrich geben, grundiren. — 2.s. v. w. abfärben, anstreichen, sobald dies ganzglatt miteiner Farbegeschieht, blos von Leimfarbe gebraucht. — 3. rückw. Z., sich anfärben, von Sachen, die von selbst Farbe bekommen, z. B. der weiße Marmor färbt sich durch das Alter gelb an, die Bronze grün etc.; Näheres s. u. d. Art. Anstrich. anfassen (Tischl.), Hirnleisten a. heißt: an eine Tafel, Bret, Lade etc. eine Hirnleiste (s. d.) durch Nuth, od. Nuth und Zapfen oder blos durch Zapfen befestigen. unfeilen; die Dichtheit und sonstige Güte gegossener Metallwären untersucht man mittels des Anfeilens. Metallstäbe, die manzerbrechen will, pflegt man an der Stelle, wo sie brechen sollen, anzufeilen. unfeuchten; 1. die Steine, bes. solche, welche große Fähigkeit zu Anziehung von Nässe haben, z. B. Backsteine, Kalksteine etc., muß man beim Vermauern, ehe man den Kalkmörtel mit ihnen in Berührung bringt, a., netzen (s.Annetzer), damit sie das im Kalkmörtel enthaltene Wasser nicht zu schnell absorbiren, weil dies das Adhäriren des Mörtels am Stein, somit das Festwerden des Mauerwerks verhindern würde. Der Maurer drückt sich dabei so aus: wenn der Ziegel nicht angefeuchtet ist, so bindet der Kalk zu schnell und düni nicht ordentlich fangen. Die Maurer müssen aber in der Regel sehr oft an das A. der Steine erinnert werden, bes. wenn sie in Akkord arbeiten, weil es etwas aufhält; auch viele Bauherren sind thörichterweise dagegen, weil sie meinen, die Mauer würde langsamer trocken, wenn die Ziegel angefeuchtet sind. Aber sowohl die Steine beim Vermauern als auch die Mauer vor dem Putzen und den Putz vor dem Tünchen muß man annetzen. — 2. Oelmalereien müssen vor dem Uebermalen angefeuchtet werden, weil Oel auf Oel bei wiederholtem Auftragen leicht klebrig wird, rutscht oder Häute bildet. Diese Anfeuchtung geschieht in der Regel mit Nuß-od. Mohnöl, was aber nicht zweckmäßig ist, weil die Farbe danach stellenweis sehr leicht einschlägt; besser ist folgendes von Fernbach vorgeschlagene Mittel: 1 J. stärkster Alkohol, 100 g. Gummi-Sandarach, 30 g. Mastix, 8 g. Kopaivabalsam, 24 g. venetianischen Terpentin und 30 g. Terpentinöl, zusammen in einer Glasflasche von Zeit zu Zeit geschüttelt, bis nach ungefähr 2 Stunden Alles aufgelöst ist, ohne Bodensatz zu bilden, der bei Unterbrechung des Schüttelns leicht entsteht und unlöslich ist. Die Auflösung kann später mit Weingeist verdünnt werden. Nach einigen Tagen ist sie brauchbar; das Bild wird nun stellenweise, wo man es übermalen will, mit dieser Auflösung mittels eines großen Härpinsels einmalgleichförmig überstrichen, nachdem es gereinigt u. auf einige Minuten am Ofen oder an der Sonne erwärmt worden ist; nach dem Trocknen kann es entweder sofort oder auch nach Jahren erst übermalt werden. — 3. (Töpfer.) Die Thonwären werden im Ofen durch allmähliche Hitze vor dem eigentlichen Brennen zum Ausschwitzen des in ihnen noch enthaltenen Wassers gebracht; dies nennt man sie anfeuchten.