FeedAnnüherungsgraben
GeschichteBau-Lexikon 1881

Annüherungsgraben, m., frz. approche, f., trenchée, f. engl. trench, s. Laufgraben, Belagerung etc. . Annäherungshindernis, n., nüäherungshindernis (Kriegsb.). Anlagen u. Terraingegenstände, durch welche dem Feind die Annäherung an eine Befestigung, Stellung, der Durchgang durch ein Defilé etc., endlich die Ersteigung und Behauptung der Befestigung erschwert oder unmöglich gemacht wird. 1. Die natürlichen: Gewässer, Sumpf, steile Hänge etc., können nur dann unverändert bleiben, wenn sie die Annäherung des Feindes absolut hindern, oder nur ein Überschreiten in schmalen Fronten im wirksamsten Schußbereich gestatten, übersichtlich sind, dem Vertheidiger die Offensive in od. außerhalb der Stellung gestatten u. dem Feind keine Deckung gewähren. — 2. Die künstlichen: Wolfsgruben, Vorgräben, nasse Gräben, Anstauungen, Ansumpfung, Überschwemmungen, Verhaue, Palissaden, Sturmpfähle, Spickpfähle, spanische oder friesische Reiter, Sturmbalken oder Walzen, Sturmbreter, Fußangeln, Eggen, Drahtnetze, Minenanlagen, Torpedos, Fougassen. Sie dürfen nicht umgangen werden können, sondern müssen im wirksamsten Schußbereich den Feind zu ihrer Beseitigung zwingen; gedeckt gegen das feindliche Feuer, dürfen sie die Wirkung des eigenen nicht beeinträchtigen und müssen schnell und leicht zu beschaffen sein. — 3. Nach ihrer Funktionirung unterscheidet man passive und aktive A.e; erstere schaden dem Feind nur durch Hemmung, von letzteren geht eine vernichtende Thätigkeit aus. Zu diesen gehören Minen, Torpedos, Fougassen, Wassermanöver (bes. bei Festungen vorkommend) und die Tambourpalissadirung. ⁸. Annäherungslinie, frz. ligne f. d'attaque, s. Laufgraben. Annalith, m. neues Baumaterial, erfunden von Busse u. Rohrmann in Osterode, bestehend aus feingemahlenem u. gebranntem Gips, der mit Wasser u. ausgewaschenem Sand zu einer breiigen Masse angerührt und in Formen gegossen oder als Pisémasse verwendet wird, wobei man Steinbrocken, Knack etc. hineinpackt, um Material zu sparen. Zu Fundamentmörtel in nicht zu nassem Boden ist der Annalith ebenfalls brauchbar; bei der Verwendung ist jedoch nicht diejKelle zu benutzen, sondern das Mauerwerk schichtweise trocken aufzupacken u. dann auszugießen. Bei der Mischung des Gipses mit Sand ist allerdings auf die Eigenschasten des Sandes Rücksicht zu nehmen; jedoch kann im allgemeinen ¾ ¼ des zu füllenden Raumes für den Sand, das Übrige für den Gips gerechnet werden; die Menge des dabei zu verwendenden Wassers muß durch Versuche gefunden werden, ist auch nach der Höhe der Temperatur verschieden. Statt des Sandes kann man auch grobgemahlenen ungebrannten Gips verwenden. Schutz gegen die Witterung erhält der Annalith durch Anstrich mit einem Präparat, dessen Zusammensetzung Geheimnis der Erfinder ist, welches aber aus Alaunlösung oder Boraxlösung zu bestehen, auch etwas Gerbstoff zu enthalten scheint. Anneau, m., frz., annellus, m., lat., der Ring, Reif, s. d.; anneau de chapiteau, Reif, Astragal; annéeau m. zen; — a. à vis, die Ringschraube; — a. de pivot, Angelring, siehe unter Angel. — 83—

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 115Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6