Feedbp) Staffelbilder
Bildende KunstBau-Lexikon 1881

bp) Staffelbilder, größtentheils Oelgemälde (s. d.); sie bedürfen zwar in der Regel, doch nicht unbedingt, eines Rahmens, doch keiner Glastafel; c) Rahmenbilder, Kupferstiche, Handzeichnungen, Gouachegemälde, Aquarelle, Lithographien, Photographien und andere solche, die des Schutzes durch eine Glastafel bedürfen; d) Fensterbilder, s. d. Art. Glasmalerei, Cerophanie, Linophanie, Lithophanie. ö Ueber die Aufhängung der Bilder ad b und eist Folgendes zu bemerken: Jedes Bild, das in einem Rahmen aufgehängt wird, darf nur an trockenen Wänden befestigt werden, indem sonst Bild und Rahmen sehr bald leiden. Verglaste Bilder müssen hinten verklebt werden, damit weder Staub noch Feuchtigkeit an das Papier komme. Nicht gleichgültig ist es, was Bild, Rahmen u. Wand für Farbe haben; Kupferstiche passen am besten in dunklen Rahmen auf blaue Wand; ist keine so gefärbte Wand da, so behalte man wenigstens den dunklen Rahmen bei. Bunte Bilder erscheinen in Metallrahmen am schönsten, u. passen diese Rahmen am besten auf dunkel-oder glanzlos grüne oder rothe Wände; hat man aber helle Wände, so fasse man die Bilder in dunkle Rahmen ein, gebe ihnen jedoch nach innen, direkt um das Bild herum, eine Goldleiste; s. übr. d. Art. Bildergalerie. 3. Bild eines Schiffes, die vorn am Gallion der Schiffe angebrachte, gewöhnlich auf den Namen desselben Bezug habende Figur. 4. Heraldisches Bild, gemeine oder natürliche Figur in den Wappenschildern, theilt man in lebendige und leblose; lebendige, wenn sie aus dem Menschen-, Thier- u. Pflanzengeschlecht hergeleitet sind; leblose, wenn sie aus dem Mineralreich, den Gewerben etc. stammen; s. d. Art. Figuren und Heraldik. Bildachat, m. (Mineral.), eine Art des Achats (s. d.). bildende Künste, f. pl., sind alle diejenigen und blos diejenigen, welche den rohen Stoff zu künstlerischer Form umwandeln, also die Künste des Raumes oder des Nebeneinander. Dahin gehören Architektur, Malerei, Bildhauerei, die zeichnenden Künste; alle diese haben es mit dem rohen Stoff zu thun, bilden ihn und wandeln ihn zur selbstbelebten künstlerischen Form um; sobald aber kein wahres Kunstwerk aus der Bearbeitung des Stoffes entspringt, kann die Bearbeitung den bildenden Künsten nicht beigezählt werden, sondern gehört zum Gewerbe. VBilderblende, f., Zilderhaus, n., Bildernische, k., Apostelhäuschen, n., frz. niche, habitation, f., engl. niche, habitacle, hovel, housing, lat. aedicula, s. v. w. Nische, Vertiefung in einer Mauer, oder freistehendes, mindestens zur Hälfte seines Umfangs geschlossenes Häuschen zu Aufnahme einer Statue od. dergl. Ihre Dimensionen richten sich nach den darin aufzustellenden Gegenständen, ihre Gestaltung nach dem Baustil des Gebäudes; so sind z. B. die Bin des römischen Stiles halbkreisförmig im Grundriß und Schluß und entbehren der Verdachung. Wo sie im mittelalterlichen Stil vorkommen, sind sie in der Regel polygon im Grundriß und entweder so tief, daß die Figur ohne Konsole darin Platz hat, oder wenn sie weniger tief sind und eine Konsole darunter angebracht ist, haben sie ein Obergehäuse über sich u. werden dadurch zum Schirmstand (s. d.). Sind sie weniger als zur Hälfte geschlossen, so werden sie zum Bilderdach, frz. cCouvre-chef, engl. canopy, wobei entweder das Obergehäuse durch Konsolen getragen wird oder mit dem Kragstein durch Säulen verbunden ist, worauf das Ganze Tabernakel (s. d.) heißt. Bilderfirniß, m., s.d. Art. Gemälde, Lackiren derselben. Bilderfuß, m., 1. s. Bilderstuhl. — 2. s. Predella. Bildergalerie, f., Gemäldegalerie, f., frz. galerie f. de tableaux, engl. picture-gallery, gallery of paintings. Die Erfordernisse an ein gutes Bildergaleriegebäude kann man wohl wesentlich in zwei Kategorien theilen: in innere und äußere. 1. Die inneren Erfordernisse sind folgende: a) Gute Beleuchtung; man disponire größere Säle mit Oberlicht, kleinere mit Seitenfenstern nach Norden; die Nordseite muß ganz durch Ausstellungsräume in Beschlag genommen sein, daher eine lange Reihe größerer Fenster erhalten. Alle Nebenräume, Portalbau, Hausflur, Treppenhaus, Vestibülen lege man auf die Mittagsseite, welche sonach den Haupteingang enthält und die freieste architektonische Behandlung erlaubt, die bei der ununterbrochenen Fensterreihe nach Norden ziemlich schwer wird; der Südseite kann man vielleicht eine Säulenvorhalle geben; nur im Nothfall darf man nach Süden Kabinette für Kupferstiche, Handzeichnungen u. dergl. Sachen anlegen, die in Schränken vor Einflüssen der Sonne etc. verwahrt werden. b) Innerer Zusammenhang. Eine Durchfahrt oder ein Durchgang unter den Hallen ist unzweckmäßig, weil sie die Suite der Säle im Erdgeschoß stören; innerer Zusammenhang aber ist unerläßlich nöthig, wenn die Sammlung systematisch geordnet sein soll; auch ist es für das Publikum sehr unangenehm, über eine Hausflur od. Durchfahrt od. dgl. passiren zu müssen, um von einer Abtheilung der Sammlung in die andere zu gelangen. Eben so unangenehm ist es, am Ende der Sälsuite wieder umkehren zu müssen; dies geschieht gewöhnlich ziemlich schnell, bes. von der großen Masse des Publikums, und dadurch werden die noch in Betrachtung der dort hängenden Bilder Begriffenen gestört. Um dies zu vermeiden, müssen die Säle so mit einander zusammenhängen, daß man gleichsam ringförmig um das ganze Gebäude geht und aus dem letzten Säl erst wieder in das Treppenhaus od. Vestibüle gelangt. Verfehlt ist dies im großen Museum zu Berlin, in Dresden nur im Obergeschoß erreicht. c) Möglichste Raumersparnis, aber ohne Geizen mit dem Raum; es muß so viel Platz sein, daß eine namhafte Vermehrung der Sammlung eintreten kann, ohne daß es an Raum fehlt; aber auf Nebenräume darf nicht zu viel Platz verschwendet werden, den man lieber in den Gemäldesälen selbst verwenden kann, um eine zweckmäßige Aufhängung zu erreichen; die Bilder dürfen nicht zu nahe gedrängt, sondern müssen so einzeln hängen, daß keines je die Wirkung des andern stört. Als Muster in dieser Beziehung kann die neue Pinakothek in München gelten und das große Museum in Berlin. d) Schutz der Bilder vor dem Betasten u. Bestoßen, durch kleine Barrièren längs der Bilderwände, die mindestens 0,% m. von der Wand entfernt sind. e) Richtige Aufhängung. Bei Oberlicht ist diese viel leichter als bei Seitenlicht, weil kein Reflex zu fürchten sein wird, wenn man nur die Bilder etwas nach vorwärts geneigt aufhängt. Bei Seitenlicht aber muß man sorgfältig darauf sehen, daß der Reflex des von der Seite kommenden Lichtes das Auge des Beschauers nicht trifft, eben so wenig aber auf der durch Lack geglätteten Bildfläche einen störenden Glanz erzeugt; am besten wird dies durch schrägstehende Scherwände (s. d.) erreicht, auch muß zwischen je zwei solchen Scherwänden hinlänglicher Platz sein, um zurücktreten und das Bild aus gehöriger Ferne betrachten zu können; man rechnet hierzu in der Regel die dreifache Breite des Bildes als richtigste Entfernung. Kleine Bilder dürsen nicht hoch gehängt werden; überhaupt aber dürfen die Bilder nicht unter 1m. und nicht über 34 m., sehr große höchstens bis zu 4 m. vom Fußboden hängen; bei Oberlicht darf der Schatten der Kehle nicht auf das Bild fallen, u. das Oberlicht muß mindestens halb so breit sein als die ganze Decke. Die Aufhängung der Bilder darf nicht, oder doch nur im äußersten Nothfall geändert werden. f) Heizung. Dieselbe muß möglichst gleichmäßig und darf nicht zu trocken sein. Am besten wird man den Zweck durch Warmwasserheizung erreichen, doch lege man die Kanäle nicht unmittelbar an die Wände, sondern mindestens 0,30 m. von denselben entfernt, gebe ihrer Umhüllung auch keine Oeffnung nach oben, sondern nur nach vorn, damit die ausstrahlende Wärme die Bilder nie direkt trifft. g) Orientirung der Besucher geschieht am besten durch Aufhängung eines Wandkatalogs an jeder Wand. h) Nebenräume. Sehr wichtig ist die zweckmäßige und doch nicht raumraubende Anlage von Garderoben, Expeditionsräumen, Dienstzimmern, Bilderkopirsälen, eines Lokals zum Restauriren von Gemälden etc. 2. Die äußeren Erfordernisse einer B. sind folgende: a) Feuersicherheit. Eine B. muß mindestens 55 m. von jedem andern Gebäude, darf aber keinesfalls in der Nähe eines Theaters oder anderer feuergefährlicher Gebäude stehen. b) Staubfreiheit u. Sicherung vor Rauch und Ruß. Ist am besten zu erreichen, wenn man das Gebäude ringsum mit Parkanlagen umgiebt, auch vor demselben einige Springbrunnen od. dgl. anbringt. Dadurch wird zugleich erreicht: c) Ruhe vor dem Geräusch des Geschäftsverkehrs. 3. Die ästhetischen Anforderungen, die man anein Galeriegebäude zu machen pflegt, find in Folgendem zusammenzufassen: Es muß äußerlich würdig, ernst u. repräsentativ sein, ohne zu große Strenge im Ausdruck und gleich weit entfernt von Aermlichkeit wie von Ostentation in der Ausstattung. Man muß auf den ersten Blick sehen, daß es einem freundlichen Genuß gewidmet ist und Allen offen steht; eine weitgeöffnete, mächtig ausladende Vorhalle ist dazu ein geeignetes Mittel. Die Fenster müssen größer als die Pfeiler sein, die Verhältnisse eher leicht als schwer; innerlich muß es anständig dekorirt sein; doch darf auch hier die Dekoration nicht zu stark auftreten, indem immer dieselbe in untergeordnetem Verhältnis zu den Bildern selbst bleiben muß. Die den Bildern günstigste Dekorationsweise der Räume ist: Grau in Grau gemalte od. mit Stuckornamenten belegte Decken mit mäßiger Vergoldung, dunkelrothbraune od. dunkelgrüne Wände; doch müssen die Wandfarben jedenfalls sehr ruhig u. glanzlos sein. Alles mache den befriedigenden Eindruck des ruhig Gediegenen. Was hier von Bin als selbständigen Gebäuden gesagt worden ist, gilt natürlich auch von den Ben als Theilen von anderen Gebäuden, Museen etc., sowie von Bilderkabinekten, d. h. Lokalen für Bildersammlungen in Privatwohnungen, wobei nur die durch die Lokalität, wenn solche schon vorhanden ist, durch den Umfang der Sammlungen und durch manches Andere hervorgerufenen Abänderungen eintreten können. Ist die Sammlung so klein, daß sie in einen Säl zu vereinigen möglich ist, so darf derselbe eben nur als Bildersaäl, nicht aber zum Speisen, Tanzen etc. benutzt werden, weil die Bilder durch die hierbei entstehende Ausdünstung sehr leicht leiden. Ist die Sammlung etwas größer, so ist es oft am bequemsten, sie in einer genügend langen, nicht zu schmalen, d. h. nicht unter der doppelten Breite des größten Bildes, jedenfalls aber nicht unter 5 m.breiten Halle, Bilderhalle, aufzuhängen. S.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 376Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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