Badezimmer, m., frz. cabinet m. des bains, chambre f. aux bains, engl. bath-room, kann man zwar auch jede Badezelle in öffentlichen Bädern nennen, versteht aber meist darunter nur ein Privatbad, d. h. ein Zimmer in einer Privatwohnung, welches entweder ausschließlich od., und zwar häufiger, obgleich mit Unrecht, nur nebenbei zum Baden gebraucht wird. Ein solches B. sei ein gut ventilirter, sonnig gelegener u.schnell heizbarer, möglichst nahe dem Schlafzimmer liegender freundlicher Raum, in welchem ein Bassin oder eine Wanne angebracht ist, die durch Röhren mit Hähnen od. Ventilvorrichtung mit kaltem u. erwärmtem Wasser nach Belieben gefüllt werden kann und groß genug sein muß, um sich darin mit dem ganzen Körper zu bewegen; s. d. Art. Badewanne. Ein solches B. sollte wegen der darin entstehenden Feuchtigkeit nur im Parterre oder im Souterrain angebracht werden, um das Gebäude der Fäulnis nicht auszusetzen. Als Wanne ist, bes. in Badezimmern, die auch sonst noch benutzt werden, am zweckmäßigsten ein ganz in den Fußboden versenktes Becken, welches aus Zink, Marmorplatten od. aus Mauerwerk mit Thonfliesenbekleidung gefertigt wird, und in welches zu Bequemlichkeit des Einsteigens von der einen schmalen Seite eine Treppe heruntergeführt ist, deren unterste Stufe dann zugleich als Sitz für den Badenden dient. Ist das Bad blos für eine Person bestimmt, so macht man das Bassin unten 1,½ — 1,% m. lang, 55–65 em. breit u. 60—80 em. tief, vom Fußboden aus; diesen belegt man mit Steinplatten, Fliesen od. dergl., darüber mit einem wollenen Teppich. Eine Ruhebank darf nicht fehlen. Statt des Fensters bringt man gern Oberlicht an, wegen des Belauschens. Auch kann man einen Springbrunnen im B.als sehr passende Zierde anbringen. Die Wasserleitung besteht aus Metall, mitunter auch aus Holzröhren, welche da, wo städtische Wasserleitung fehlt, mit einem Brunnen oder mit einem Fluß in Verbindung stehen. Zunächst wird das Wasser in ein Reservoir geleitet, aus welchem der Kessel gespeist wird, welcher zum Wärmen des Wassers dient u. aus welchem wieder Röhren in das Bassin gehen; kaltes Wasser geht direkt aus dem Reservoir in das Bassin. Das gebrauchte Wasser leitet man von dem etwas vertieften Fußende des Bassinfußbodens durch eine mittels eines Ventils oder Pfropfens verschließbare Röhre ab. Ms.