FeedBraunstein
NaturlehreBrockhaus 1882

Braunstein (Graubraunstein, Pyrolusit oder Weichmanganerz), eins der am häufigsten vorkommenden und am meisten benutzten Manganerze; seine Gheitel wer Krystalle sind von kurz säulenförmiger Gestalt, vertikal gestreift, bisweilen an den Enden in viele einzelne Spitzen zerfasert; meistens erscheint das Mineral in Aggregaten von radialstengeliger, strahliger und feinfaseriger Zusammensetzung und von dunkelsta lgrauer bis licht eisenschwarzer Farbe mit schwachem halbmetallischem Glanz und schwarzem Strich, auch als dichte und erdige Masse. Härte 2—2,5, Gewicht 4,7—5. Chemisch ist das Erz Mangansuperoxyd, Mn, mit 63,22 Proz. Mangan und 36,78 Sauerstoff; in einien Varietäten hat man ganz geringe Mengen von Thallium, in andern etwas Vanadinsäure nachgewiesen. Auf Kohle stark geglüht verwandelt es sch in braunes Orydoxydul mit Verlust von 12 un Sauerstoff, in erwärmter Sal säure löst es sich unter starker Entwickelung von hlor, mit Schwefelsäure erhitzt gibt es Sauerstoff und schwefelsaures Manganoxydul. Auf diesem erhalten beruht die Benutzung des B. zur Darstellung von Sauerstoff und Chlor; auch wird Derf bren, wel der Glasmassen verwendet, ein erfahren, welches wahr-XXIVI schon Plinius bekannt war (&Hist. nat. v„ XXXVI6), ferner zur Erzeugung amethystfarbener Glasflusse sowie als Pigment von Glasuren. Der B., welcher in vielen Fällen ein Umwandlun 8produkt des Manganits ist, findet sich namentlich und Gängen und Nestern, welche im roten Porphyr und dessen Sandsteinen aufsetzen, namentli hier mit S werspat vergesellschaftet (Ilmenau, lfeld) und auf Eisenerzgängen und Lagern (Johanngeorenstadt, latten, Dorhanfen u. s. w.), auch als ehr mächtige zerstückelte Massen und Klumpen an er Oberfläche des devonischen Gebirges und unter deckendem Thon in den ahngegenden Nassaus. Werners (Schwarzer B.n heißt jetzt Hausganepidot. n Brauntange oder Phäosporeen, s. unter 8 Braunuwurz, s. Scrophularia. t Braurecht, s. Braugerechtigkeit. J Brausepulver (Pulvis aérophorus) nennt man »die Wulneribemug Mischung eines doppelkohlen⸗ »sauren Alkalis (gewöhnlich ter welniann aures Natron) mit trockener gepulverter einsäure. Letztere uverbindet sich, indem man das Pulver in Wasser „rührt, mit dem Alkali und treibt die Rundrdahe 1aus, welche nun gasförmig entweicht und dabei „Blasen wirft, schäumt und braust. Das B. nach der Pharmacopoea Germanicas (1872 besteht Jaus einem Gemisch von 10 Teilen doppelkohlensaurem Natron, 9 Teilen Weinsäure und 19 Teilen Zucker. Das englische Brausepulver enthält in blauem Papier 2g doppelkohlensaures Natron, in weißem Papier 1,8 g Weinsäure. Man löst zuvor erstere in Wasser und schüttet dann letztere hinein, wonach das Aufbrausen beginnt. Setzt man zu dem weißen Pulver noch ein Abführsalz (3. B. Seignettesalz) hinzu, so erhält man die abführenden Brausepulver, auch Seidlitzpulver genannt. Diese B. wirken kühlend, niederschlagend, fördern die Gallen⸗ und Stuhlabscheidung, stillen das Erbrechen u. s. w. und sind so bei vielerlei krankhaften Zuständen der Verdauungswerkzeuge, besonders bei Blutanhäufung in den Unterleibsorganen, mit Nutzen anwendbar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 486Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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