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PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Baulohn, m., s. v. w. Arbeitslohn für Bauleute. Vaum, m., 1. (Bot.) frz. arbre, m., engl. tree, wird ein Holzgewächs dann genannt, wenn es vorzugsweise einen einzigen stärkeren u. höheren mehrjährigen Stamm entwickelt, der an seinem unteren Theil sich astfrei hält. Im Leben jedes B.s unterscheidet man drei Perioden: die erste vom Keimen des Samenkorns bis zu Erzeugung der ersten Blüte; die zweite bis zu Erreichung der größten Massenentwickelung; die dritte bis zu Eintritt des Absterbens, der Gipfeldürre u. Fäulnis. Das Alter der Bäume läßt sich bekanntlich aus der Anzahl der Jahresringe berechnen. So fand man z. B., daß der Ahorn 500 Jahr, die Kastanie über 600 Jahr, die Eiche über 1500 Jahr, andere Bäume: so der Affenbrotbaum, eine mexikanische Tannenart, die Eibentanne, 6000 Jahr und darüber alt werden können. M/.] Ueber die Kennzeichen gesunder, zum Bauen tüchtiger Bäume s. d. Art. Bauholz, Abständer etc. — 2. Der B. in der Kunst; heidnischen Völkern, besonders auf niederer Kulturstufe, z. B. den Pelasgern, Kelten etc., aber auch noch den Griechen u. Römern, waren die Bäume als vermeintlicher Sitz besonderer Gottheiten eben so heilig wie noch jetzt vielen wilden Völkern. So bes. war die Eiche dem Zeus u. der Rhea, der Oelbaum der Minerva u. dem Apollo, die Pinie dem Bacchos, dem Pan u. der Cybele, die Myrte der Aphrodite u. den tellurischen Gottheiten, die Cypresse dem Pluto, die Esche dem Mars, die Pappel dem Herkules, die Erle dem Sylvan, die Ceder den Eumeniden, die Palme den Musen, der Ahorn den Genien geweiht. Auch in der skandinavischen u. germanischen Mythologie spielten die Bäume eine wichtige Rolle. Darüber sowie über die symbolische u. attributive Verwendung des Baumes in der christlichen Kunst s. in M. M. a. W. Auch in den Baugebräuchen spielte der grüne B., meist die Tanne, von jeher eine hervorragende Rolle, z. B. beim Richtfest darf ein B. auf der Spitze des Gespärres nicht fehlen. — 3. engl. beam, s. v. w. starke, feste Stange, in der Regel ans einem jungen Baumstamm bestehend, s. Hebebaum. — 4. frz. fleche, engl. perich, s. v. w. Langbaum beim Wagen. — 5. frz. barre, engl. boom, bar, auch Hafenbaum, Schwimmbaum, eine Art Floß von 4—6 Stämmen, an einem Ende beweglich, zur Sperrung der Häfen, Vertheidigung der Schiffe etc. — 6. (Kriegsb.) frz. COrps, m., poutrelle, f., engl. beam, barrel, s. v. w. Leib des spanischen Reiters. — 7. (Masch.) franz. arbre, m., engl. arbor, arbour, s. v. w. Welle, Spindel. BVaumachat, Dendritenachat, m. (Miner.), frz. agate f. arborisée, herborisée, dendritique, dendragate, f., engl. arborescent agate, s. d. Art. Achat.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 306Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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