FeedBenzol
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Benzol, 0. M., ist eine —27 elle, leicht beweg-Uch stark lichtbrechende Flüssigkeit von eigentümlich ärherishem Geruch und O,s spezisischem Gewicht. Es erstarrt bei 43 trystallini ch und bleibt ist es —w u unlöslich, mit Alkohol und Ather daegen mischbar. Es löst Jod, Schwefel, Phosphor, Larr Fette und andere organische Substanzen +5 ine Dampfe sind höchst entzündlich. 5 B. wurde 1825 von M. Faraday unter den Produkten der Destillation der fetten Ole entdeckt und 1833 von E. Mitscherlich bei der Destillation der Benzos⸗ * Manchester fand 1842 B. im Steinkohlenteer, Mansfield aber war der 3* welcher 1847 das reichliche Vorkommen des B. im Steinkohlenteer nachwies und Mittel und Wege zur Isolierung des B. angab. 100 kg Teer enthalten 2* bis 2,6 kg B. In chem. Beziehung ist das B. insofern von höchstem 2 Reibe als es der Ausgangspunkt einer langen Reihe von Körpern ist, die man unter dem Namen „Aromatische Verbindungen » (s. d.) usammenfaßt. Das B. des Handels, wie es die nilin-und Fuchsinfabrikanten verwenden, ist ein Dogen lo von B. mit Toluol und ähnlichen homologen Kohlenwasserstoffen. Die B. werden zu dem Ende mit genau bestimmtem Benzolgehalte geliefert. ein B. mit 30—40 Proz. B. eignet sich besonders für die Fabrikation von Anilinrot, ein B. mit 90 Proz. B. dagegen für Blau oder Schwarz. Das im Handel unter dem Namen «Benzols oder „Benzino (.d.) vorkommende Fleckenwasser hat meist mit dem wirklichen B. nichts gemein, sondern ist ein Gemisch üssiger Kohlenwasserstoffe (Petroleumäther, Steinohlennaphtha, Photogen u. s. w.). Aus dem reinen B. erhält man durch die Einwirkung einer Michung von Salpetersäure und Schwefelsäure das itrobenzol, C H, (NO.), als eine schwach gelbgefürbte Flüssigkeit von 1,2 spezifischem Gewicht, die bei 205 siedet und eigentümlich dem Bittermandelöl ahnlich riecht, weshalb es als kunstliches Bittermandelöl (s. d.) in der Parfümerie und Seifenbereitung verwendet wird. Durch die Einwirkung reduzierender Mittel, z. B. eines Gemisches von Essigsäure und Eisenfeile, geht es in Anilin (s. d.) über, welches den Ausgangspunkt ** Darstellung der Anilinfarben ausmacht. Vgl. ie Lehrbucher der organischen Chemie von Kolbe, Kekulé, Fittig und Wislicenus: was ferner den technischen Teil betrifft, vgl. RE. Wagner, »Handbuch der chem. Technologies, sowie Handbuch der technischen Chemier von Kerl und Stohmann (Muspratt, 3. Aufl., Art. Anilins und »Teerv).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 782Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6