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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Berghkrystall, m., krystallisirter Ouarz, m., frz. cristal de roche, quartz hyalin limpide, engl. rock-erystal, mountain-crystal, besteht aus reiner Kieselerde (Kieselsäure) u. findet sich theils krystallisirt in verschiedenen Gesteinen eingewachsen, theils als Geschiebe im Bett mancher Flüsse (Rhein). Er ist in reinstem Zustand farblos, durchsichtig, mit doppelter Strahlenbrechung u. ziemlich hohem Glanz, krystallisirt in sechsseitigen Säulen, mit sechsseitiger pyramidaler Zuspitzung. Seine Härte ist ziemlsch bedeutend, so daß er Glas ritzt; der Bruch ist muschelig. Die schönsten Varietäten kommen von Madagaskar und aus den krystallinischen Gebirgsmassen der Schweiz und Savoyens, wo sie in den sogen. Krystallkammern sich finden; er sitzt gewöhnlich auf dem Muttergestein auf und ist dann auf der einen Seite nicht ausgebildet. Es kommen Bie von mehreren Centnern Gewicht vor. Oft finden sich in ihm andere Mineralien eingeschlossen, ja selbst Blasenräume mit Wasser gefüllt kommen in ihm vor. Man verarbeitet ihn zu vielerlei Schmucksachen, bes. auch zu Trinkgeschirren. Durch Kohlentheilchen gelb gefärbte Varietäten heißen Citrin, braune: Rauchtopas, schwarze: Morion.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 345Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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