Bernsteinlack, m., frz. Ilaque f. au sucein, engl. amber-lacker. Wir geben hier einige Rezepte zu Bereitung: 1. Gewöhnlicher B. Bernsteinfirniß, nach einer der obigen Vorschriften, aber mit etwas Ueberschuß von Bernstein bereitet, wird zur nöthigen Zähigkeit eingekocht. 2. 1 Gewichtsth. Asphalt, 2 Gewichtsth. Mennige, 2Gewichtsth. Silberglätte, 2 Gewichtsth. weißer Vitriol und 60 Gewichtsth. Leinöl werden, nachdem man die festen Bestandtheile gepulpert hat, zu einem Firniß eingekocht und dieser mit 60 Gewichtsth. Terpentinöl, 60 Gewichtsth. geschmolzenem Bernstein, 2 Gewichtsth. Umbraerde unter beständiger Wärme allmählich vermischt und das Ganze gehörig eingekocht. Auf Metallgegenstände, die vorher erwärmt und mit Bernsteinpulver abgerieben sind, warm aufgetragen, hält dieser Lack bedeutende Wärme aus. 3. Bernstein-Kopallack auf gebeizte Holzarbeit. 200 g. Bernstein und 100 g. Kopal von bester Qualität werden in erbsengroße Stücke zerstoßen, hierauf in einem neuen glasirten Topf mit einem Eßlöffel voll Terpentinöl übergossen, so durch einander geschüttelt, daß alle Stücke angefeuchtet werden, dann über Kohlenfeuer langsam geschmolzen u. mit einem hölzernen Spatelöfter umgerührt. Sobald Alles geschmolzen ist, nimmt man den Topf von den Kohlen und rührt die Masse, entfernt vom Feuer, damit sich der aufsteigende Dampfnichtentzündet, um. Wenn sich die Hitze vermindert hat, läßt man unter beständigem Umrühren erwärmtes, auf das Beste gereinigtes Terpentinöl tropfenweise in die Masse fallen und fährt dann mit stärkerem Zugießen fort, bis die Masse die Dicke eines Sirups erhalten hat; nun bringt man den Topf wieder auf das Kohlenfeuer, u. wenn die Masse aufzuwallen beginnt, schüttet man erwärmten, ungekochten, gut gereinigten Leinölfirniß in denselben bis zur gewünschten Konsistenz. Im noch warmen Zustand wird er durch reine Leinwand in ein erwärmtes Glas filtrirt, in welchem er gut verschlossen zum Gebrauch aufbewahrt wird. Soll der Lackfirniß im Winter verbraucht werden, so muß man etwas weniger Leinölfirniß, aber etwas mehr Terpentinöl beimischen; soll er im Sommer angewendet werden, umgekehrt verfahren. 4. 130 g. guter Bernstein wird in ein hart gebranntes, gut glasirtes Gefäß gethan und mit einem Eßlöffel voll Terpentinöl benetzt. Dann läßt man die Masse im zugedeckten Gefäß auf Kohlenfeuer ½ Stunde schmelzen und rührt dann den Bernstein mit einem Holzspatel um, bis er völlig zergangen ist. Nun nimmt man das Gefäß vom Feuer, und wenn unter beständigem Umrühren die größte Hitze verflogen ist, wird erwärmtes Terpentinöl langsam hineingeträufelt. Hat sich beides vollständig vereinigt, so gießt man mehr Terpentinöl hinzu, bis die Masse die gewünschte Dicke hat. Dann setzt man noch 65 g. gut gesottenen Leinölfirniß hinzu, läßt Alles noch einmal aufwallen u. gießt den jetzt fertigen B. durch reine dichte Leinwand in ein reines Gefäß. Der Lack wird auf die gebeizte u. mit Leim getränkte Holzarbeit mittels eines guten Borstenpinsels gleichförmig zweimal aufgetragen, hat schönen Glanz u. viel Festigkeit, darf aber nicht geschliffen werden. Vernsteinöl, n., frz. huile f. de succin, engl. amber-Oil, nennt man das flüchtige Produkt der trockenen Destillation des Bernsteins; es ist ein Gemenge verschiedener sauerstofffreier Oele. M7/. Vernsteinsäure, Succinsäure, k., flüchtiges Bernsteinsalz, n., frz. acide m. succinique, engl. suceinic acid, salt of amber, ist eine starke organische Säure, welche sich bis zu 6 Prozent im rohen Bernstein findet. Zu ihrer Darstellung bedient man sich entweder des Bernsteins, aus welchem sie durch trockene Destillation in besonderen Apparaten als Sublimat erhalten wird, oder verschiedener Pflanzensäuren, so der Apfelsäure etc., aus welchen die B. durch Gährung erhalten werden kann. Ferner dienen zu Darstellung der B. verschiedene Fettsäuren, Wachs etc., welche Stoffe durch Oxydation mit Salpetersäure die B liefern. Die B. kann bei ca. 140° sublimirt u. dadurch gereinigt werden; löst sich in Wasser u. Alkohol leicht auf und bildet mit Basen, Kali, Kalk, Eisenoxyd re. Salze, mit den organischen Alkoholradikalen Aetherarten.