Feedberuthen
NaturlehreBau-Lexikon 1881

beruthen, bespriegeln, akt. Z. In Gegenden, wo das Rohr theuer oder schwer zu haben ist, pflegt man die zu putzenden Holzflächen zu beruthen, statt sie zu berohren (s. d.), d. h. man verwendet statt des Rohres aufgerissene Hasel-, Weiden- oder Erlenruthen, die auch Spriegel heißen. Sie werden so auf das Holzwerk genagelt, daß sie mit der runden Seite dasselbe berühren, mit der aufgerissenen flachen Seite also nach außen stehen, damit der Putz in den hierdurch hinten weiter bleibenden Zwischenräumen Halt bekommt. s. Veryll, m., frz. béryl, béril, m., engl. beryl (Miner.), ein Edelstein, dessen kostbarste Spezies der Smaragd ist. Er besteht aus kieselsaurer B.-Erde u. kieselsaurer Thonerde, wird in Sibirien u. Brasilien gefunden. Die wasserhellen, grünlich oder bläulich gefärbten Varietäten nennt der Juwelier Aquamarin (die smaragdgrüne Färbung rührt von einem Gehalt an Chromoxyd her), während die gelben ausschließlich den Namen B. führen u. ihre Farbe einem Gehalt von Eisenoxyd verdanken. Härte u. Glanz des B.s sind sehr bedeutend, die Härte = 7—8. Er wirdauf kupfernen oder bleiernen Scheiben mit Schmirgel geschliffen und auf dergl. zinnernen mit Tripel polirt. Veryllerde, f., Glycinerde, Süßerde, f., Oxyd des Berylliums (s. d.), ist ein leichtes, weißes, geruch- u. geschmackloses Pulver, im Wasser nicht löslich u. nur in der größten Hitze schmelzbar; besteht aus 67,32 Theilen Beryllium u. 32¾3 Theilen Sauerstoff, spez. Gewicht 3.I.. Mit Säuren bildet sie süßlich schmeckende Salze; daher der Name Glyeinerde, Süßerde (90s, griech. süß). Mit Wasser verbunden, als Beryllorydhydrat, erhält man sie durch Niederschlagen einer Beryllerdesalzlösung mit einem Alkali.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 351Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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