Bernstein, n., Elektron, Agtstein, Succinit, gelbe Ambra, gelbes Erdharz, frz. Electre, m., ambre m. jaune, sucein, m., engl. vellow amber, mineralresin, ein festes, aus Kohlenstoff, Wasserstoff u. Sauerstoff bestehendes Erdharz. Seine näheren Bestandtheile sind drei verschiedene Harze, etwas ätherisches Oel u eine eigenthümliche (Bernstein⸗) Säure. Er ist elektrisch, giebt beim Verbrennen einen angenehmen Geruch und ist meist gelb von Farbe, durchschimmernd bis durchsichtig; der schönste findet sich in der Erde auf Sizilien zwischen Catania und Semito. In größerer Menge wirder an der preußischen Küste (zwischen Palmicken u. Groß-Hubenicken) bergmännisch gewonnen. Dieser B.heißt Landbernstein, ist sehr dünn, fest, hell, durchsichtig u. hart, wird zu Perlen u. dgl. m. verarbeitet und giebt den härtesten und dauerhaftesten Firniß, sowohl für sich als auch mit Kautschuk gemengt. Die andere, durch Auflesen aus dem Sand am Meeresufer od. durch Taucher gewonnene Sorte nennt man Meerberustein; dieser ist viel dunkler als der vorhergehende, schmilzt schwerer, ist weniger flüssig, giebt beim Schmelzen viel Salz, Gas u. Säure ab und hinterläßt einen bedeutenden Rückstand an erdigen Theilen, wogegen sich die erste Sorte vollständig auflöst wie Oel. Der von den B.-Drehern am meisten geschätzte ist der von trüber, milchweißer Farbe, dann der wasserhelle und endlich der gelbe, durchsichtige B. Den ersten ziehen die Türken, die größten B.-Liebhaber, allen anderen vor. Politur erhält er durch Reiben mit Leinwand und Tripel; die bei der Bearbeitung abfallenden Theile werden zu Darstellung von B.-Säure u. B.-Firniß verwendet. Im Handel unterscheidet man Sortimentsstücke, groß, mindestens 100 g., undurchsichtig, zu Dreharbeiten; Tonnensteine, weich, nicht gut zu pulverisiren, zu Schmucksachen noch verwendbar; Schlick, größere, unreine, trübe Stücke; Sandsteine, kleinere solche Stücke; Firniß, Firniß steine, reine, pulverisirbare, kleine Stücke (unter Bohnengröße). Der B. findet sich hauptsächlich in der Tertiärformation und ist offenbar das Harz vorweltlicher Koniferen, welches ursprünglich weich war, wofür die Form, die äußeren Eindrücke und die Einschlüsse von Thieren (Spinnen, Insekten re.) sprechen. Der B. löst sich nicht in Wasser; kochender Alkohol färbt sich davon gelb und löst neben B.-Säure etwas weiches gelbes Harz auf. In. kochendem Leinöl wird der B.weich. Beim Erhitzen schmilzt derselbe bei 285 vollständig, aber unter Zersetzung. Höher erhitzt, bilden sich flüchtige Produkte: B.-Säure, B.-Oehsu. ein wachsähnlicher Körper, der Vernsteinkampher; der Rückstand enthält ein geschmolzenes Harz, welches in seinen Eigenschasten wesentlich vom B. unterschieden ist u. Zernsteinkolophonium heißt. 100 Th. Bigeben bei trockener Destillation ca. 50—60 Th. B.-Kolophonium. Der Bidient zu Darstellung v. Luxusgegenständen jeder Art, v. B.-Säure,, Räucherpulver u. B.-Kolophon (Firniß); s. auch d. Art. Amber 1. Ueber schwarzen B. s. d. Art. Gagat. M7½