Borar, m., borsaures Natron, n., frz. borax, m., borate de soude, engl. borax, borate of soda. Roh, mit einer seifenartigen Masse verunreinigt, findet er sich an den Ufern mehrerer Salzseen Ostindiens etc., u. heißt in diesem Zustand Tinkal. Der krystallisirte B. besteht aus saurem borsauren Natron u. Wasser, genauer aus, 1Aeq. Natron u. 2 Aeq. Borsäure, und bildet ein weißes Salz von bitterlich herbem, zusammenziehendem alkalischen Geschmack; aufgelöste blaue Pflanzensäfte färbt er grün; der natürl iche 6., frz. b. brut, tinkal, m., engl. nativeé b., erscheint als sechsseitiges, zusammengedrücktes, mit einer dreiseitigen Pyramide zugespitztesPrisma, gallertartig durchscheinend, mit glasartigem Bruch. Der Luft ausgesetzt, verwittert er, d. h. er überzieht sich mit einem weißen Salz, welches entsteht, indem Theile desselben das ihnen anhängende Krystallwasser verlieren. Im Feuer schmilzt er in diesem Krystallwasser, bläht sich auf u. trocknet sodann aus, wodurch man den gebrannten, kalzinirten 6., frz. b. pulvérulent, engl. calcined b., erhält. Setzt man diesen B. der Glühhitze aus, so verwandelt er sich zu einem an der Luft farblosen Gas. Der B. reinigt die Oberfläche der Metalle Fig. 805. von Metalloxyd, daher seine Benutzung beim Löthen, zu Emailbereitung, zu Verfertigung weißen Metallglases, Wa Einbrennen von Gold auf Porzellan etc.; ferner mit Mastix zum Kitten von Porzellan. Er löst sicht in 12 Th. kalten und 6 Th. warmen Wassers auf. MJ. Vorarfirniß, m., s. d. Art. Anstrich 92.