Arria hieß die heldenmütige Gattin des Römers Cäcina Pätus, der wegen Teilnahme an einem Aufstande gegen den Kaiser Claudius 42 n. Chr. der Tode verurteilt ward. Als ihrem Gatten nur er Tod durch die eigene Hand übrigblieb, ergriff A., die ihrem zögernden Gemahl gefolgt war, den Dolch, stieß sich denselben in die Brust und reichte ihm dann denselben mit den Worten: Paete, non dolet lo (d. i. Patus, es schmerzt nicht!) Irrtümlich ist eine der schönsten Gruppen des Altertums, die sich in der Villa Ludovisi zu Rom befindet, auf die Geschichte jenes Römerpaars gedeutet worden. Die Gruppe ist ihrem Stil nach ein Werk der Pergamenischen Kunstschule und gehörte zu jenen großen Schlachtendarstellungen, welche die Könige von Die Gallier zur Verherrlichung der von ihnen über die Gallier erfochtenen Siege ausführen ließen. Sie stellt demnach einen Kelten dar, der sich und sein Weib durch freiwilligen Tod vor Gefangenschaft rettet. Von neuern Malern wurde A. in dem Momente, wo sie den Dolch aus der Wunde zieht, öfter dargestellt.