FeedArretinische
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Arretinische Gefäße nennt man die überall, wo röm. Niederlassungen gewesen sind, vorkommende ntalanzend aus mehr oder weniger rotem Thon mit glänzendem, äußerst dünnem, korallenfarbigem Firnis. In England und Franireich werden dieselben irrtümlich noch heute samische Gefäßer genannt, in Deutschland sind sie unter dem Namen von Terra sigillata-Gefäßeno bekannt. Von Arretium ging die Fabrikation dieses Zweigs der Keramik bald auf andere Stätten Italiens, später auf das ganze Römische Reich uber und scheint sich bis spät in die Kaiserzeit erhalten zu haben. Doch zeichnen sich die echten arretinischen Gefäße vor den ubrigen Nachbildungen durch —.— des Thons und unübertreffliche Güte und Schönheit der roten Glasur aus. In Arretium scheint die Fabrikation der roten Ware zu der Zeit in Aufschwung gekommen zu sein, als die Herstellung der schwarz gefirnißten campan. Thongebilde in Verfall geraten war, etwa um die Mitte des 2. Jahrh. v. Chr. Die arretinischen Gefäße sind 1. selten mit schönen Reliefverzierungen geschmückt: Blatt⸗ und Arabeskenmuster herrschen vor, doch fehlt auch das Figurenornament nicht. Der Töpfername ist gewöhnlich an der Innenseite des Gefäßgrundes aufgestempelt; der Fabrikant und vielleicht auch der Kunsiler setzen indes ihre Firma mitunter auch auf kleine erhabene Streifen zwischen die Reliefverzierung. Vgl. Fabroni, „Storia degli antichi vasi aretinio Ar 0 1841); Keller, Die rote röm. Töpferware mit besonderer Rücksicht auf ihre Glasur⸗ Sn 876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 3Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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