Arrianus (Flavius A.), bed. zu Nikomedia in Bithynien, war einer der bedeutendsten griech. Schriftsteller der röm. Kaiserzeit. Er gelangte unter Hadrian zum Konsulat und war etwa von 130 —138 Statthalter von Kappadocien, zog sich aber nachher ins Privatleben in seine Vaterstadt zurück, wo er noch unter M. Aurel lebte. A. verfaßte, indem er sich Kenophon zum Muster nahm, eine Reihe von Schriften aus dem Gebiete der Philosophie so- wie der Geschichte, der Geographie und der Taktik. Als Schüler und Anhänger des Epiktet schrieb A. Epiktets Lehrvorträger in acht Büchern, von denen aber nur die ersten vier wouhe! ind, und faßte dessen Lehren in einem oHandbuche zusammen. Beide Werke sind herausgegeben von Schweighäuser (in „Epicteteae philosoph. monumentav, 3 Bde., Lpz. 1799), von Korais (Par. 1827) und von Dübner gugleich mit Theophrasti characteres u. a., Par. 1842), von — und Dübner zusammen mit dem im 6. Jahrh. verfaßten KKommentar des Simpliciuso; übersetzt ist das erstere Werk neuerdings wieder von Enk (Wien 1866), das letztere von C. Conz (Stuttg. 1869). Von A. histor. Werken ist die 4Geschichte der Feldzüge Alexanders d. Gr. », «Anabasiso genannt, erhalten, welche aus den zuverlässigsten, jetzt verlorenen Auellen mit roßer Einsicht und Wahrheitsliebe geschöpft ist. Rach frühern Herausgebern, wie Blanchard und Gronov, wurde die Anabasisoneuerdings bearbeitet von Schmieder (Lpz. 1798), Ellendt (2 Bde., Königsb. 1832), Krüger (2 Bde., Berl. 1835, 1848; Text mit kritischen Noten 1851; mit erklärenden Anmerkungen 1851), Geier (Lpz. 1851), Sintenis anit Anmerkungen, 2. Aufl., Berl. 1860; Text 1867), Abicht (2 Hefte, Lpz. 1871—75; Text allein 1876) u. a. In engerm Ousammenhauge mit diesem Werke steht A. Schrift über Indien, welche im Anschluß an Eratosthenes' Nachrichten über dieses Land und seine Einwohner aus Megasthenes' vier Büchern über Indien und einen Auszug aus Nearchs Bericht über seine Fahrt enthält (herausg. von Schmieder, Halle 1798, und in den «Géeographi Graeci minoreso von C. Müller, Bd. 1, Par. 185⁵5⁵). Eine Art Fortsetzung der Geschichte Alexanders bildete die Geschichte der ersten Jahre nach Alexanders Tode. Erhalten ist dason wenigstens noch ein Auszug; nur Fragmente dagegen sind von seiner bithyn. Geschichte und den 17 Büchern über die Partherkriege (gesammelt in den Hlistorici Graecio von C. Müller, Bd. 3, Par. 1849) übrig. Aus der Geschichte seines Kriegs gegen die Alanen ist ein größeres Bruchstück über die «Schlachtordnung gegen die Alaneno erhalten. Die hont u unter A.“ Namen veröffentlichte «Taktiko gehört nach Köchl dem Älian und nur der in den Handschriften sich daran anschließende Traktat über die Übungen der röm. Reiterei A. Für die alte Geographie von Bedeutung ist A.' Bericht an Hadrian über seine Umschiffung (Periplus) der Küsten des Pontus CEurinus (des Schwarzen Meers). Dagegen rührt die ihm gleichfalls beigelegte Umschiffung des Roten eersy so wenig von ihm her wie ein ihm eben4n Meers (ule drer zweiter Periplus des Schwarzen Meers (alle drei herausg. in &Geographi Graeci minoreso von C. Müller). Außerdem trägt A.“ Namen ein Schriftchen über die Jagd (KvVnVeNNS6), das zuerst von Holsten (Par. 1644), seitdem, außer in den Gesamtausgaben A.“, auch in denen Xenophons Werfe . erausgegeben worden ist. Die histor. Werke A.“ sind vereinigt herausgegeben von C. Müller (Par. 1846), die Seripta minorav von en A. Epz. 1854); übersetzt sind die istor. Schriften A. von Dörner (Stuttg. 1829 fg.) und Cleß Stuttg. 1862 fg.).