FeedArsenw alserstoff Al
NaturlehreBrockhaus 1882

Arsenw alserstoff Al, farbloses Gas, welches bei —40 flüssig wird, wird in reinem Zustande durch Zersetzung von er Teih lerhalten durch Zusammenschmelzen gleicher Teile Zink und A.) mit verdünnter Schwefelsäure dargestellt. Es wirkt beim Einatmen im höchsten Grade giftig. Im mit Wasserstoff verdünnten Arfenver erhält man es, wenn irgendeine lösliche Arsenverbindung zu einem Wasserstoff entwickelnden Gemisch von Zint und verdünnter Schwefelsäure gebracht wird. Leitet man Wasserstoffgas, dem nur die geringsten Mengen von Arsenwasserstoff beigemischt sind, durch ein an einer Stelle zum Glühen erhitztes Glasrohr, so bildet sich hinter der ug Von u Stelle ein . bem Entkalden brerr Belag von metallischem A.; beim nizünden brennt das Gas mit bläulich-weißer lamme. In die Flamme gebrachte kalte Gegentände, am besten weiße Porzellanschälchen, bedecken ich an der Berührungsstelle mit schwarzen glänzenden Flecken; das Gas, in eine Lösung von salpetersaurem Silber geleitet, bringt einen Mederschlag von metallischem Silber hervor, Anithen arsenige Säure in Lösung bleibt. Im wesentlichen dasselbe Verhalten zeigt Antimonwasserstoff (s. unter Antimonverbindungen); doch lassen sich beide Stoffe leicht und sicher durch folgende Hauptreaktionen voneinander unterscheiden: Man erhitze den im Glasrohr gebildeten Spiegel gelinde mit einer kleinen Flamme; bestand derselbe aus A., so ist ein sh inder Roln deutlich 110 nehmbar, während sich in der Röhre ein weißer Beschlag bildet, er bei der Betrachtung mit der Lupe, namentlich im Sonnenlicht, glänzende stallflächen erkennen läßt; ein Antimonspiegel gibt daegen keinen Geruch und bildet bei vorsichtigem Erscen ohne sich zu verflüchtigen, kleine metallische ügele en. Natton lösen sich sofort in unterauthan aurem Natron (das aber kein freies Chlor enthalten darf); Antimonflecke bleiben dagegen unverändert. Bedeckt man einen im Porzellanschälchen gewonnenen Spiegel mit einem Tropfen konzentrierter Salpetersäure und läßt denselben bei gan gelinder Wärme zur Trockne verdampfen, so verb eibt ein weißer Rückstand; auf diesen bringt man mit einem Glasstabe ein Tröpfchen einer Lösung von salpetersaurem Silber und halt den Fleck dann eine Zeitlang über die Offnung einer mit konzentriertem Ammoniak gefüllten Flasche; bei Gegenwart von A. tritt entweder gelbe oder meist rotbraune Färbung ein; bestand dagegen der leck aus Antimon, so färbt sich die Stelle schwarz. t man das Gas durch eine Lösung von salpetersaurem Silber geleitet und einen dunkeln Niederschlag erhalten, so ist alles Antimon als Antimonsilber gefällt; arsenige Säure bleibt dagegen in der Lösung. Um letztere nachzuweisen, teilt man die Flüssigkeit in zwei Hälften, die eine Hälfte versetzt man mit Ammoniak, wodurch ein gelber Niederschlag von arsenigsaurem Silber entsteht, die andere Side versetzt man mit Kochsalzlösung, bis alles Silber als weißes Chlorsilber gefällt ist, und leitet S 16 don Echwes ein, wodurch ein gelber Niederschlag von Schwefelarsen entsteht, der in Ammoniak, kohlensaurem Ammoniak und Schwefelammonium leicht löslich ist. Das Verhalten des Arsenwasserstoffs dient zur Ermittelung und Nachweisung des A. in Vergiftungsfällen (das sog. Mars 6 che Verfahren?: die Bildung des Metallspiegels und sein Verhalten gegen Reagentien ist der entscheidende Beweis für die Anwesenheit des A., und die Reaktion ist so empfindlich, daß sie nach Otto noch eintritt, wenn nur Hoooeo eines Gramms arseniger Säure zugegen ist. Die technischen Verwendungen des A. und seiner Verbindungen sind sehr mannigfaltig. Ein wenig A. verleiht den Kupferzinnlegierungen hohen Glanz und starke Politurfähigkeit. Man 106 es daher dem Spiegelmetall, wie es zu Teleskopenspiegeln u. s. w. gebraucht wird, zugesetzt. Bei der Schrotfabrikation wird A. dem Blei zugesetzt, weil diese Legierung dann leichter völlig runde Körner gibt. Von den Schwefelverbindungen des A. wendet man das Arsensulfür Lihte dre zur Bereitung eines mit intensiv weißem Lichte brennenden Feuerwerksatzes und als rote Malerfarbe an. Das Auripigment ist in einer gelben Malerfarbe enthalten. Die arsenige Säure findet Anwendung bei der Fabrikation des Email, welches durch Zusammenörpd. Ain eines bleioxydhaltigen Glases mit Zinnoxyd, Antimonoxyd oder arseniger Säure erhalten und zum Überzu käfter der Gegenstände, z. B. der kupfernen 00 lätter der Uhren, benutzt wird. Beim Glasschmelzen setzt man arsenige Säure zu, um kohlige Substanz zu verbrennen und das Glas Rätel gene Ferner wird die arsenige Säure als Rittel gegen die Fäulnis animalischer und vegetabilischer Stoffe gebraucht, z. B. zur Konservierung der Tierbälge in zoologi Hen ammlungen und zur Uiregen igr von Bauholz. Auch dient sie als Gift gegen schädliche Tiere und als Heilmittel. Außerdem liefern einige Arsenverbindungen 4 wohlfeil und dauerhafte Farben, die zudem sehr wohlfeil herzustellen, aber leider äußerst giftig sind. Zu den lichsten Farben dieser Art ehören: Schem es Grün (arsenigsaures Kupferoxyd), Schweinfurter Grün (eine Verbindung von arsenigsaurem mit essigsaurem Kupferoxyd) und die schon erwähnten Schwefelverbindungen Auripigment und Realgar. Sbesondere werden die beiden ersten häufig zum Anstreichen und Malen der Wohnzimmer sowie zur Tapetenfabrikation verwendet und finden sich überhaupt in den meisten grünen Farben, die man im Handel führt, so im Schwedisch⸗, Auf bie außerordentliche Gefährlichkeit nicht allein der Fabrikation solcher arsenhaltiger farbiger Stoffe, sondern auch des Aufenthalts in Räumen, die mit dergleichen Farben ausgemalt oder tapeziert sind, ist wiederholt, doch mit nur geringem Erhie aufmerksam gemacht worden. Man hat gegen ie Warnung eingewendet, daß die Arsenikfarben, wären sie nur auf der Wand oder den Tapeten gehörig befestigt, die Atmosphäre der Zimmer nicht vergiften könnten. üpergt wurden zahlreiche und unzweifelhafte Arsenikvergiftungen infolge der Anumddies jener Farben in uwesenn nachgewiesen, und die Pindun haben die Anwesenheit von giftigen Arsenverbindungen, namentlich Arsenwasserstoff, in der Luft also dekorierter Zimmer unumstößlich konstatiert. Schon in Arsagimn Mengen des Zimmerstaubes, bei Ibef nsammlung man bie Oevermied, die Wände sune zu berühren, ist die Ge96 w des Arsenikgiftes nachgewiesen worden. och nicht bloß in grünen Farben findet sich Arsenik, sondern auch in manchen andern, besonders in grauen Farben, die durch Wen 2 mit arsenikhaltigem Grün hergestellt werden. Noch gefährlicher aber ist die Verwendung der Arsenikfarben zu manchen andern Zwecken, z. B. zum Bemalen von Kinderspielzeug, zum Färben und Drucken der Kleiderstoffe, besonders der zu Ballkleidern gebrauchten Tarlatane. Auf einem Stück dieses Zeugs, welches etwa 1 g wiegt, kann man 20—25 cg Arsenikarbe finden, die nur sehr lose darauf altem Wafodaß schon Reiben oder Aufweichen in kaltem Waser die Farbe gänzlich H— Ahnlich ist es bei den chönen grünen Blättern der künstlichen Blumen. n bei der Herstellung grüner Wachskerzen verwendet man Arsenikfarbe. mge Eün in 90 Teilen grünen Wachses 1 Teil arsenige Säure, die also bei der Verbrennung sich im Zimmer verbreiten muß. Sogar bei der Herstellung gefärbter Zuckerwaren hat man sich gewissenlos der Arsenikfarben bedient. (S. Arsenikvergiftung.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 10Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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