Artevelde (Jak. van), berühmter flandr. Volks-Famil war der Sohn des reichen und in vornehmen an U. in Gent. ls stehenden Tuchhändlers Joh. van A. in Gent. Als Graf Ludwig II. von Flandern, der mit dem Adel des Landes zu Frankreich neigte, auch nach der Schlacht bei Cassel (23. Aug. 1328) fortfuhr, wider die ud reichen des Volks, namentlich der mächtigen und reichen, von den leb-Esidte zu han athien für England erfüllten flandr. tädte zu handeln, stellte sich A., der durch seinen Reichtum und sein bedeutendes Rednertalent bereits zu großem Einfluß in Gent gelangt war, an die Spitze der Volkspartei und sprach kühn seine Mißbilligung über die Haltung des Grafen und des Adels aus. Er gelangte zu solchem Ansehen, daß es wagen durfte, ohne Zuziehung des Grafen mit den Engländern ein Bündnis, zunächst im Interesse des Handels und Verkehrs, zu schließen. Die Landung der Engländer auf Catzand und ein Vorteil, den dieselben 10. Nov. 1336 Über die Anhänger des Grafen erlangten, gab der Volksstimmung gegen die französisch an Partei neues Leben, und A. benutzte diese Umstände, um auch Brügge und pern für chen olitik zu gewinnen und sich selbst zum faktischen Leiter und Gebieter (Ruwaert) in Flandern aufzuwerfen. Das Bündnis mit England wurde Hnt die vom Grafen r Graf fel Behörden und Beamten beseitigt und der Graf selbst zum Verlassen des Landes genötigt. A. bot alles auf, einerseits um den Sieg der Sache Eduards III. gegenüber Frankreich zu fördern, andererseits um eine Aussöhnung des Grafen mit seinen bisherigen Unterthanen unmöglich zu machen. Die zu weit gehende Begünstigung Englands erregte jedoch innerhalb der Volkspartei Mißhelligkeiten, und da man ie daß A. beabsichtige, dem Prinzen von Wales die Nachfolge in Flandern zu verschafsen, wurde er bei einem Volksaufstande 24. Juli 1345 getötet. Gegen 500 seiner bmei hatten dasselbe Schicksal. Im J. 1863 wurde A. in Gent ein Erz⸗ „ nobild errichtet. —Sein Sohn, Philipp van „geb. 1340, ward 1381 bei einem Aufstande der Genter gegen den Grafen Ludwig III. von Flandern, zu welchem Brügge hielt, als Ruwaerto an die Spitze seiner Mitbürger und Flanderns berufen. Nachdem er 12 der noch lebenden Hauptanstifter der Ermordung seines Vaters hatte hinrichten lassen, schlug er 3. Mai 1382 bei Beverhout den Grafen, nahm sodann Brügge ein, von wo er unermeßliche Beute nach Gent führte, und wurde hierauf von ganz Flandern, mit Ausnahme von Oudenaarde, als Regent anerkannt. Der vertriebene Graf Ludwig fand jedoch Hilfe bei Karl VI. von Frankreich, der unter Führung von Oliver de Clisson eine ansehnliche Streitmacht nach den Niederlanden sandte. A. wagte 27. Nov. 1382 die Schlacht bei Rosbeke, in der jedoch die Flamänder eine vollständige Niederlage erlitten und A. selbst den Tod fand. Die Geschichte der beiden A. ist mehrfach poetisch bearbeitet worden.