Bart oder Barth (Jean), ein franz. Seeheld, 306) eines Fischers, wurde 1651 zu Dünkirchen, nach andern aber in den Niederlanden geboren. Er trat früh in die holländ. Marine, ging jedoch im Beginn der Kriege gegen Holland in franz. Dienste über. Da Bürgerliche damals auch im Seewesen keinen Offiziersrang bekleiden durften, machte sich B. selbst zum Kapitän eines ntlihe Kuhn 3. Als solcher bewies er so außerordentliche Kühnheit, daß ihm Ludwig XIV. eine spezielle Mission im Mittelmeere zuwies. Seine haten bewogen endlich den König, ihn zum wirklichen Schiffslieutenant zu ernennen. In einer Aktion gegen engl. übermacht, der auch der Admiral Forbin bewohnte, ward B. 1695 gefangen genommen und nach Plymouth gebracht. Hier entwich er auf einem einfachen Fischernachen nach Frankreich, wo ihn der König nun zum Kapitän erhob. Bei der Blokade des Hafens von Dünkirchen durch die Engländer 1696 unternahm B. eine Kreuzerfahrt, auf der er sich mit Ruhm bedeckte, worauf ihn Ludwig XIV. zum Kommandeur eines Geschwaders ernannte. Der Friede — Ryswijk setzte seiner Wirksamkeit ein Ziel. Er starb 27. April 17⁰² . Dünkirchen. Seine rauhe Freimütigkeit und der derbe Witz, womit er weder Hohe noch Niedrige verschonte, machten ihn nicht weniger populär als seine Kuhnheit und Schlagfertigkeit. Vgl. De la Landelle, (Etudes marines. Jean B. et son filso (Par. 1874) Werner, «Berühmte Seeleutey (1. Abteil.: 4B., Du Quesne, De Ruiterv, Berl. w1882).