Asen heißen die Götter des nordischen Heidentums. Erst nach einem Kampf und Friedensschluß mit einem andern Göttergeschlecht, den Wanen, von denen sie einige unter sich aufnehmen, gelangen sie zu unbestrittener Macht. Hierin scheint eine histor. Crinnerung daran zu liegen, daß das nordische Göttersystem sich allmählich aus den einzelnen Kulten mehrerer Stämme Den Düebicdet hat. Aus der ältern Trilogie der Brüder Odin, Vili, Ve entwickelt sich die Zwölfzahl als maßgebend; doch werden nicht immer dieselben Namen genannt, gewöhnlich kommen vor neben Odin: Thor, Njörd, Frey, Baldur, Tyr, Heimdal, Bragi, Forseti, Höd, Vidar, Vali, Ull. Loki steht ihnen als Feind gegenüber; Hermod und Skirnir sind untergeordnet. Neben ihnen bestehen auch als weibliche Gottheiten Asinnen, unter denen Frigg, Freysa, Idun, Saga, Nanna, Sif die bekanntesten. Asgard heißt die himmlische Wohnung der A. (S. Nordische Mythologie.) Unter Aseneinwanderung versteht man die Bevölkerung des skandinav. Nordens durch ein Volk der A., das unter Odin, als seinem Anführer, von Asien aus durch «Sachsen⸗ (Deutschland) nach Dänemark, Schweden und Norwegen gezogen sei und sich in diesen Ländern niedergelassen habe. Dem Odin und seinen Söhnen habe man nach ihrem Tode göttliche Verehrung erwiesen, und von ihnen stammten die Königsgeschlechter des standinav. Nordens. So erzählen nordische Geschichtschreiber des 13. ah die in euhemeristischer Weise sich bemühen, den Mythus von Odin und den übrigen Göttern historisch zu begründen. Daher auch die durchaus irrige Ableitung des Wortes A. von Asien. Das Wort A., altnordisch aesir, Plur. von äss, entspricht vielmehr dem got. anzeis, Plur. von ans, dem althochdeutschen ensi, Plur. von ans, dem sächs. es, Plur. von 0s, und findet noch jetzt in vielen zusammengesetzten Namen: Ansgar (nordisch Asgeir, d. i. Oskar), Oswald u. a. Indem das Wort ans zunächst einen Balken bedeutet, hat man die A. als die Stützen des Weltgebäudes und der sittlichen Weltordnung erklärt.