FeedAlabaster
NaturlehreBrockhaus 1882

Alabaster, eine sehr feinkörnige, durchscheinende Art des Gipses (s. d.) von schneeweißer, bisweilen etwas ins Blaßrote oder Graue übergehender Farbe, ist unter allen in Lalerw Massen vorkommenden Gesteinen eins der allerweichsten, sodaß er sich —45 mit dem Fingernagel ritzen läßt, eine Probe, durch die man leicht den sog. Kalkalabaster, eine Varietät des Tropfsteins oder kohlensauren Kalks, von dem wahren A. unterscheiden kann, da ersterer härter ist und dem Fingernagel dern 4. . Das Mineral wird in verschiedenen Ländern, z. B. in Deutschland, England, Spanien, besonders schön aber am südl. Fuße der Schweizerberge, in Oberitalien und im mneutlah n efunden. Der rein weiße A., der namentlich zu Volterra bei Florenz vorkommt, wird in letzterer Stadt in großen Fabriken zu allerhand Skulpturarbeiten, Vasen u. s. w. verarbeitet. Dasselbe Material dient auch zur Fabrikation der römischen Perlen, welche den echten, bis auf die größere Schwere, täuschend ähnlich sind. Ein weißer A. mit grauen Adern und 40 auch mit Fleischrot untermischt kommt bei Liebenburg in Hannover vor und wird zu Tischplatten, Vasen und Nippgegenständen verarbeitet. Dasfelbe gilt von einem bei Derby in England vorkommenden A., aus welchem man Leuchter, Tassen, Becher u. s. w., die später oft mit Farben versehen werden, fabriziert. Wegen seiner O bietet die Bearbeitung des A. nur geringe Schwierigkeiten; diese ges ehn hauptsächlich mit Sägen, scharfen Eisen, Ra 1 n und Feilen. Um der Oberfläche die nötige Glätte zu geben, wird sie zuerst durch Übergehen mit feinen Raspeln und Feilen geebnet, dann mit Schabeisen beschabt, Drannl mit Schachtelhalm und endlich mit weißgebranntem und pulverisiertem Hirschhorn oder, wo es auf eine besonders schöne Glätte ankommt, mit feinpulverisierter Perlmutter mittels eines feuchten leinenen Läppchens gerieben. Da A. in Wasser nicht ganz unauflöslich ist, so darf man Alabasterarbeiten nicht der feuchten Luft aussetzen; überhaupt aber wird ihre Oberfläche leicht rauh und blind. Andererseits benutzt man diese Eigenschaft, um durch lange Einwirkung des Wassers vertieft geätzte Zeichnungen auf A. zu ereugen. Seinen Namen erhielt der A. von der Stadt labastron in Oberägypten, in deren ir ein dies höhlenreiches Gebirge Hch Alabastergebirge) ese Gipsart besonders reichlich aufweist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 312Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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