FeedAtticus (Titus Pomponius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Atticus (Titus Pomponius), röm. Schriftsteller, geb. 109 v. Chr. Der Name A. war mehr als lich ein Beiname, den er wegen eines mehr als sch, um Aufenthalts in Athen erhielt, wohin er sich, um nicht in die Verwickelungen der Bürgerkriege hineingezogen zu werden, 86 v. Chr. begeben hatte. Während seines Aufenthalts in dieser Stadt erwarb er sich durch Güterkauf, Landwirtschaft, Geldgeschäfte (auch Buchhandel) ein großes Vermögen und gleichzeitig durch eine kluge Freigebigkeit große Popularität. Von dort kehrte er 65 v. Chr. nach Rom wieder zurück, wo ihn (58 v. Chr.) ein reicher Oheim in seinem Testamente adoptierte und somit außer dem größten Teile seines Vermöens auch seinen Namen Cäcilius auf ihn vererbte, sodaß er fortan mit vollem Namen Q. Cäcilius Pomponianus Atticus hieß. Er lebte auch hier nach wie vor neben der Verwaltung seines Vermöens von der Politik zurückgezogen nur den Wissenchaften und seinen Freunden, unter denen Cicero den ersten Platz behauptete, und starb 32 v. Chr., allgemein geachtet und beliebt. Obgleich A. zur Annahme eines öffentlichen Amtes sich nie bestimmen ließ, unterhielt er dennoch mit den angesehenten Staatsmännern und den Häuptern der verchiedenen Parteien seiner Zeit fortwährend einen eundschaftlichen Verkehr. Fast wunderbar ist die Kunst, mit der er es verstand, sich die warme und treue Freundschaft von polit. Parteiführern, wie Brutus und in gewissem Sinne auch Cicero es war, — erhalten und dabei sich die Gunst ihrer polit. Todfeinde, wie des Antonius und später auch die des Octavian, zu bewahren. A. Tochter Cäcilia Attica war die erste Gemahlin des Marcus Vipsanius Agrippa. Von seinen Schriften, unter enen der Annalis von den Alten mit vielem Lobe erwähnt wird, keine auf uns gekommen. Außer Ciceros Epistolae ad Atticumo in 16 Büern ist von Cornelius Nepos eine P.Sulheuschr Dntribe in b.. vorhanden. Vgl. Hulleman, „Diatribe in T. P. A. mit den Fragmenten des Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. A. (Utr. 1838), und Boissier in „Cicéron et ses amiso (Par. 1865; deutsch von Döhler, Lpz. 1870). Ardennen, am linken Ufer der Aisne an deren Vereinigungspunkte mit dem zur Maas führenden Ardennenkanal, Station der Französischen Ostbahn, 5588 1743 E., welche Woll⸗ und Flachsspinnerei, iscuit⸗, Zucker⸗ Cichorien⸗ und Lederfabrikation betreiben. Die Stadt ist das Attiniacus des Mittelalters und war unter den Merovingern seit Chlodwig II. und unter den Karolingern königl. Ind 785 hier ließ sich der Sachsenherzog Wittekind 785 in Gegenwart Karls d. Gr. taufen, und auf der Synode des J. 822 mußte sich hier Ludwig der Fromme öffentlicher Kirchenbuße unterwerfen. Die schöne Kirche aus dem 13. Jahrh., mit roman. Turme, hat ein beachtenswertes Seitenportal. Von dem alten fränk. Königspalaste sind jedoch kaum noch Spuren vorhanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 161Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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