Auber (Daniel rangois Esprit), berühmter franz. Opernkomponist, geb. 29. Cuen 1782 während einer Reise seiner Eltern zu Caen in der Normandie. Sein Vater, ein ziemlich wohlhabender Kunsthändler in Paris, ließ ihm, da sich gute Anlagen kundgaben, durch Ladurner Klavierunterricht erteilen, hatte ihn aber zum er heong bestimmt und schickte ihn auch, nachdem er herangewachsen, nach London in ein Handelshaus. Der junge A. kehrte indes bald wieder nach Paris zurück, wo er sich fortan vorwiegend mit Musik beschäftigte. Sein Kompositionstalent bewiesen besonders die Konerte, welche er für den Moloncellisten Lamare ö rieb und die unter dessen Namen im Druck erienen, sowie ein Violinkonzert für Mazas. Inzwischen machte er auch die ersten Versuche in dramatischer Komposition ewpßi ihm die Mängel seiner Kunstbildung zum Bewu tsein brachten; Aulimts dessen begab er sich unter die Leitung Cherubinis und machte Studien in der höhern omposition. Eine Frucht davon war unter anderm eine Messe, aus welcher er später eine Nummer (das Gebet) in seine CStumme von Porticiv herübernahm. Er komischen Oper in einem Aufzuge, an die Offentlichkeit, die aber sein gar nicht gefiel. Diese Niederlage, der Tod seines Vaters und materielle Sorgen hemmten seine Produktivität längere Zeit, und erst 1819 trat er wieder mit einer einaktigen komischen Oper, Le testament et les billets douxy, hervor, die noch weniger Beifall fand als die vorige. Daegen errang 1820 die Oper La bergere chäteainer einen vollständigen Erfolg. Ihr folgte 1821 die Oper Hmma ou la promesse imprudenter, die ebenfalls Glück machte. A. trat 1822 mit Scribe in Verbindung, der ihm nun die meist äußerst geschickt angelegten Libretti für seine Kompositionen lieferte, und seitdem machte er auch von Jahr zu Jahr Fortschritte in der Gunst des Publikums. Der ersten aus dieser Verbindung hervorgegangenen Oper Leicesterv (1822), folgten gegen dreißig andere, von denen sich ein Teil, wie Lemaçonv (1825), „La muette de Porticids (1828), Fra Diavolo⸗ „Le lac des féeso (1839), &Les diamants de la couronnen (1841), «Carlo Broschi ou la part du diables (1843) u. . w., auch außerhalb Frankreichs noch immer auf der Bühne erhalten hat. Die letzte Oper, zu der Scribe das Libretto geliefert, «La fiancëe du roi de Garben, wurde im Frühjahr 1867 zur Aufführung vorbereitet, und seine letzten Opern überhaupt sind „Le premier jour de bonheur (1868) und Le réve damouro (1869). Nachdem er von 1842 —70 Direktor des pariser Konservatoriums gewesen war und unter Ludwig Philipp sowie unter Napoleon III. das Amt eines Hofkapellmeisters bekleidet, auch seit einer langen Reihe von Jahren der dange kademie der schönen Künste als Mitglied angehört hatte, starb er im 90. Lebensjahre zu Paris 13. Mai 1871 iche rend der Herrschaft der Commune. Seine Leiche wurde erst provisorisch in der anf dem b zu aris, dann in ein Mietgewölbe auf dem Kirchof Montmartre, endlich 29. Jan. 1877 definitiv auf den Pere-Lachaise gebracht, wo ihm auch ein Denkmal geseht wurde. Das Gebiet, auf we chem sich A. mit meistem Erfolg bewegt, und das er auch mit Vorliebe kultiviert hat, ist die komische Oper. Hier entfaltet er frei und voll die hervorragenden olt Melodi seines Talents: pikante und lebensvolle Melodien, glänzende und immer angemessene Kolorierung durch die Instrumentation, treffende Charakterisierung der Situationen und Individuen, und überhaupt sehr feinen scenischen Takt. In seinen großen Opern finden sich diese Eigenschaften nur vereinzelt und weniger ungezwungen wirkend. Nur in La muette de Porticio ist es ihm gelungen 47 mit vollem Erfolge auf dem Felde der großen zu bewegen. Hier herrschen Begeisterung und auharßt die A. sonst eigentlich abgehen. uberlen (Kar August), prot. Theolog, geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach bei Cannstadt, auf dem Pädagogium zu Eßlingen und dem Seminar zu Blaubeuren vorgebildet, studierte 1841—45 zu Tübingen Theologie, wo besonders Joh. Tob. Beck auf ihn Einfluß gewann, während F. Chr. Baur ihn durch seine Hegelsche Philosophie wie durch seine Kritik des Neuen Testaments gleich sehr zurückstieß. sophie 5 dessen war sein Erstlingswerk „Die Theosophie Friedrich Christoph tingers nach ihren Grundzügen⸗ 1847). Nach einigen Jahren praktischer Thätigkeit, unterbrochen (1846 —47) durch eine wissenschaftliche 1 Ir⸗ ward A. 1849 Repetent in Tübingen, 1851 Professor der Theologie in Basel, wo er bis zu seinem Tode, 2. Mai 1864, als Lehrer, Schriftsteller und Den diger eine reichgesegnete Thätigkeit ausübte. Den Grundgedanken seiner Theologie, nämlich die Hauptie Schrift Der Prophet Daniel und die Offenbarung Johanniso (Bas. 1854), nicht ein Kommentar — beiden Apokalypsen, sondern eine vergleichende etrachtung ihrer symbolischen Hauptgestalten. Der Verteidigung des christl. Offenbarun Sglaubens dient das leßte, unvollendet gebliebene Werk Die chn a Offenbarung. Ein apologetischer Versuch' (Bd. 1, Bas. ½ Außerdem schrieb er: „Schleiermacher. Ein Charakterbilde (Bas. 1859) und „Die beiden Briefe Pauli an die Thessalonicher» (2. Aufl., Bielef. 1867).