FeedAugust III. (Friedrich)
GeschichteBrockhaus 1882

August III. (Friedrich), Kurfürst von Sachsen 1733—63 und König von Polen, Sohn und Nachfolger des vorigen, ward 7. (17.) Okt. 1696 geboren und unter den Augen seiner Mutter und dem Einflusse seiner Großmutter Anna Sophia im prot. Glauben erzogen. J. 1711 unternahm er eine Reise durch Deutschland, Frankreich und Italien. Die röm. Kurie, die auf den Übertritt des Albertinischen Hauses große Hoffnungen baute, bot alles auf, den Prinzen zum Glaubenswechsel zu veranlassen, der denn auch 27. Nov. 1712 sein Glaubensbekenntnis in die Hände des Kardinals Cusani zu Bologna heimlich ablegte, was aber erst 1717 in Sachsen öffentlich bekannt gemacht wurde. Die Aussicht auf die poln. Krone und auf eine Verbindung mit der österr. Prinzessin Maria Josephe, welche 1719 stattfand, mögen zu dem Entschlusse des Prinzen R aben. Als Kurprinz lebte er gewöhnlich auf dem Schlosse zu Hubertusburg, wo er leidenschaftlich der Jagd oblag. Nachdem er 1733 dem Vater in den Erblanden gefolgt, wurde er 5. Okt. desselben Jahres, obschon Ludwig XV. von Frankreich Stanislaus Leszezynski wieder auf den poln. ude zu 15 Kon suchte, von einem Teile des poln. Adels als König gewählt, jedoch erst 1736 auf dem Warschauer Friedenskon-Valer a Baites. als König anerkannt. Ohne seines ters Geistesgaben, hatte er dessen Prachtliebe geerbt und folgte in Veranstaltung glänzender HBei und einer kostspieligen Hofhaltung ganz dessen Bei⸗ —1 Auf Gemälde und auf Unterhaltung seiner apelle verwendete er bedeutende Summen, und seinem Kunstsinn verdankt Dresden er se Erwerbungen. Die Regierung überließ er seinem ersten Minister und Günstlinge, dem Grafen von Brühl (s. d.). A. lebte lieber in Dresden als in Warschau, und so blieb Polen fast ohne Regierung. Nach dem Tode Kaiser Karls VI. (1740) übernahm A. das Reichsvikariat. Er verband sich im folgenden Ma mit Frankreich, Spanien und Bayern gegen Maria Theresia, und vereinigte im Febr. 1742 in Mähren seine Truppen mit den preuß. Streitkräften. Doch durch 51955 II. Kriegs-Ban nis mi Ralin 2. er schon 20. Dez. 1742 ein Bündnis mit Maria Theresia und verpflichtete sich in einem geheimen Traktate zu Leipzig (18. Mai 1745), für die Hilfsgelder, welche England und Holland zu zahlen versprachen, 30000 Mann Hilfstruppen zu stellen. Diese Truppen rückten in der That auch in Schlesien ein, vereinigten hen mit dem österr. Heere, erlitten aber bei Hohenfriedberg 4. ffr 1745 eine gänzliche Niederlage. Sofort riff Friedrich II. Sachsen selbst an. Der Fürst eopold von Dessau schlug bei Kesselsdorf unter den Mauern von Dresden das sächs. Heer abermals 15. Dez. 1745. Die Preußen nahmen Sachsen in Beschlag, aber durch den Frieden zu Dresden 25. Dez. 1745 erhielt A. sein Land zurück. Berdindnn 17⁵⁶ 5⁰ er sich infolge seiner geheimen erbindung mit sterreich aufs neue in den Krieg mit Preußen verwickelt. Da A.s Neutralitätsvorschläge von Friedrich II. abgelehnt wurden, verließ er Dresden 10. Sept. und begab sich ins Lager bei Pirna, wo 17000 Mann sächs. Truppen versammelt waren. Friedrich II. aber schloß diese hier ein, sodaß sie sich 16. Okt. als Gefangene ergeben mußten. A. selbst flchtete auf den Königstein und später nach Polen. Erst nach dem Hubertusburger Frieden kehrte er nach Dresden zurück, wo er 5. Okt. 1763 starb. Sein Sohn Friedrich Christian folgte ihm als Kurfürst von Sachsen und Stanislaus oniatowski (s. d. als König von Polen. Friedrich hristian starb schon 17. Dez. 1763; unter Vormundschaft des Prinzen Xaver folgte sein unmündiger 9 edrich August I. (. E

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 217Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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