Ausonius (Decimus Magnus), der berühmteste röm. Dichter des 4. Jahrh. n. Chr., * zu Burdigala (Bordeaux) um 309, ein Sohn des nachmali⸗ . Leibarztes des Kaisers Valentinian I., Julius „war zuerst Sachwalter in seiner Vaterstadt, später Lehrer der Grammatik und der Beredsamkeit daselbst. Valentinian übertrug ihm die Erziehung seines Sohnes Gratian und ernannte ihn zum Comes und Quästor sacri Palatii. Als nach Valerians Tod (375) Gratian der regiernde Kaiser des Oecidents geworden war, erhielt A. von seinem einsti985 Schüler die Präfektur und (379) das Konsulat. ohl seit dem Tode Gratians lebte A. auf einem Landgute bei Burdigala seinen den, und den Wissenschaften und ländlichen Freuden, und starb um 392. Einige haben behauptet, daß er Heide gewesen sei; dies läßt sich jedoch mit seiner Stellung zu den Kaisern Valentinian und Gratian nicht vereinigen. Freilich ist sein Christentum ein sehr oberflächliches. Man hat von ihm „Pa andern Dichtungen namentlich Epigramme, Parentalia (auf gestorbene Verwandte); dann eine Reihe Gedichte auf «professores Burdigalenseso, 20 sog. Idyllia, d. h. kleine Gedichte, unter denen die Mosella », eine in mancher Hinsicht anziehende und lehrreiche Beschreibung und Verherrlichung des Thals der Mosel, das berühmteste, der «Cento nuptialis der Schküpfrigkeit halber das berüchtigtste ist, das „Eclogariumo, allerlei in Verse gebrachte Kapitel +9„ Sweise astron. und kalendarischen 1 Prosa end 10 Briefe in Versen; außerdem einen in Prosa verfaßten, schwülstigen und mit Schmeicheleien angefüllten Panegyricus o auf den ben de Gratian. Seine Gedichte tragen die Kennzeichen des gesunkenen Geschmacks jener Zeit, und nur hervo tritt ein Zug höherer dichterischer Begabung hervor. Doch perraten ffi große formelle Gewandtheit und sind dabei stofflich höchst interessant, da sie ein reiches Bild seiner Zeit gewähren. Die vorzüglichsten Ausgaben sind von Scaliger (Lyon 1575), Tollius (Amsterd. 1669 u. 1671) und Souchay (Par. 1730). Die Mosellas gaben besonders, mit deutscher Über-Wen Troß (Hamm 1821 u. 1824) und Böcking (Berl. 1828; Bonn 1845) heraus.