Avellaneda (Dona Gertrudis Gomez de), span. Dichterin, geb. 1816 zu Puerto-Principe au Cuba, kam 1836 nach Europa, lebte seit 1840 in Madrid und feierte bei der Aufführung ihres Dramas Leoneias den ersten öffentlichen Triumph; darauf erschienen ihre Poesias liricaso, die Novellen Saby (1841), Espatolina o, KLa baronesa de Jouxo (1842), Guatimocin o und Dolores „ (1843) und die Tragödien „Alfonso Munion und El principe de Vianas (1844). Als das madrider Liceo artistico y literario 1845 ein poetisches Turnier eröffnete und zwei Preise für zwei Gedichte aussetzte, welche die Milde der Königin Isabella, die einen polit. Verbrecher begnadigt hatte, das eine in markiger, das andere in zarter Weise besingen sollten, erhielt A. den Preis fur die innig-sanfte Ode. Der Preis für das zweite Gedicht wurde einem pseudonymen Dichter, Don Felipe Escalado, zuerkannt, welcher sich später ebenfalls als A. ergab. Unter großem Enthusiasmus von ganz Madrid wurde die Dichterin in Gegenwart der Königin mit einem goldenen Lorber-Titel &Composiciones poeticas en elogio de la augusta clemencia de nuestra reina dona Isabel II.v (Madr. 1845). A. vermählte sich 1846 mit Don Pedro Sabater, Jefe-Politico von Madrid; dieser starb noch in demselben Jahre im Loretokloster von Bordegux, worauf A. nach Madrid zurückkehrte. Forr spätern Werke tragen ein schmerzlich düsteres Gepräge, ohne jedoch den frühern an Reinheit der Sprache und an Ideenfülle nachzustehen. Außer der Novelle &Ondina dei lago azulo veröffentlichte sie noch die Dramen: Saulz und „Baltasary (1849), Errores del corazonv, La hija de las floreso, Los tres amoresv, La hija del Rey Renér, (Simpatia y antipatia, (Oraculos de Tarienciasv, EI donativo del diablo (1852), La somnambula, 4La aventurera (1853). Einige neue Blüten lyrischer Poesie fügte sie einer zweiten Ausgabe ihrer Poesias liricaso (1852) ein. Nachdem sie sich 1854 zum zweiten male mit dem Oberst und anlt hatten Don Domingo Verdugo Masieu vermählt hatte und auch dieser 1860 gestorben war, lebte sie bis zu ihrem 1. Febr. 1873 erfolgten Tode in Sevilla. 8 letztes dichterisches Produkt war das im Loretokloster von ihr verfaßte Devocionario„ (Madr. 1867) und eine Übersetzung des Dumasschen «Catilina. Ihre Werke füllen zwei Bände mit Poesien und acht mit Prosawerken; dazu kommen 16 Dramen, von denen der größere Teil sich auf der Bühne erhalten hat.