Avellaneda (Nicolas), Staatsmann der Argentinischen Konföderation, geb. 1. Okt. 1836, studierte in Cordova und Buenos-Ayres die Rechte, leitete dann mehrere „* hindurch die Redaction des Vacionals und erhielt 1861 die Professur der Staatswirtschaft an der Universität zu Buenos-Ayres. Bereits seit 1860 mehrmals in die Legislatur gewählt, übernahm er bei dem Regierungsantritt des Präsidenten Sarmiento 1868 das Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts. Unter seiner Leitun nahm das zanze Unterrichtswesen einen außerordentlichen Auf chwung. Als die Präsidentschaft Sarmientos ihrem Ende nahte und sein Vorgänger, der Unitarier Mitré, die Gewalt wieder an sich zu reißen suchte, stellten die Föderalisten im Frühjahr 1874 A. als Präsiden chaftskandidaten für die Amtsperiode 1874—78 auf. Er erhielt auch bei der Wahl die Majorität und wurde 6. Aug. 1874 vom Kongreß zum Präsidenten proklamiert, um 12. Okt. sein Amt anzutreten. Trotz eines bald nach der Wahl ausbrechenden Militäraufstandes erfolgte 12. Okt. A.s Inauguration als Präsident, welches Amt er bis zum 12. Okt. 1880 bekleidete. (S. Argentinis ch e Konföderation.) Provinz des Königreichs Italien, im Osten der Campagna-Felice gelegen und Teile vom alten Samnium, Lucanien und Campanien umfassend, zählt (1876) 383 662 E. auf 3649 qkm und zerfällt in die Distrikte A., Ariano di Puglia und San-Angelo de' Lombardi. Die Provinz ist durchaus gebirgies Apenninenland, aber der Boden überall sehr ruchtbar, das Klima ˙ die Bodenproduktion reichlich und vortrefflich. Der Hauptfluß ist der Calore mit dem Ufita, an der 3 und der Ofanto. Die Cerpelatwie. sind Kohlen und Vieh, Salami- und Cervelatwürste. Man fabriziert Filz, Leinen und Leder, und die Gold-sund Silberschläger in Solofra sind weit berühmt. Die Hauptstadt Avellino (das Abellinum der Alten) liegt 48 km 4• von Neapel, 357 m über dem Meere, am Fuße des 1309 m hohen Monte-Vergine in der Quellgegend des Sabbato in anmutiger Umgebung und ist durch eine Eisenbahn über Cancello mit Neapel verbunden. Die Stadt, 887 ischofssitz und dem Fürsten Carracioli gehörig, hat ein Lyceum, ein Theater, zählt als Gemeinde (1880) 21782 E., ist schlecht gebaut und hat durch die Erdbeben von 1694, 1731 und 1805 sehr viel elitten. Den Marktplatz ziert ein schöner Obelisk. Die Bevölkerung betreibt Färberei und fabriziert Hüte, Tuch und Stühle, unterhält auch einen starken Zwischenhandel. Berühmt ist A. wegen der in der Umgegend wachsenden guten Kastanien und großen Haselnüsse (Nuces abellinae), die dem Landmann oft das Brot ersetzen. Früher betrug der Umsatz in frischen und gerösteten Nüssen jährlich 60000 Ducati. Nahe westlich von A. liegt die als Wallfahrtsort berühmte Abtei di Monte-Vergine. Das alte Abellinum, eine Stadt der Hirpiner in Samnium, lag etwas weiter unterhalb bei der Ortschaft Atripalda, wurde aber von den Longobarden zerstört.