Bacciocchi (Felice Pasquale), Fürst von Lucca, Piombino, Massa, Carrara und Garfagnana, 18⁰⁵ —14, geb. auf Corsica 18. Mai 1762, stammte aus armer, aber adeliger Familie, trat als Kadett in Militärdienste und war Offizier, als Bonaparte das Heer von Italien befehligte. Nachdem er dessen Schwester Elisa geheiratet, ward er Oberst des 26. leichten Infanterieregiments, 1804 Senator und erhielt 1805 durch das seiner Gemahlin zugeteilte ürstentum Lucca und Piombino den Fürstentitel. sen Titel eines Großherzogs von Toscana, welches 1809 seiner Gemahlin verliehen ward, führte er nicht. Er folgte 1815 seiner Gattin in die Verbannung und lebte mit ihr, seinem Sohne und seiner Tochter unter Aufsicht der österr. Regierung. Nach dem Tode seiner Gemahlin hielt er si meist in Bo logna auf, wo er den schönen, nach ihm benannten Palast bewohnte. Er starb 27. April 1841. — Seine Gemahlin Maria Anna (später Elisa) Bonaparte, geb. zu Ajaccio 3. Jan. 1777, wurde in der altadeligen Erziehungsanstalt zu St.⸗Cyr erzogen und lebte während der Revolution mit ihrer Mutter zu Marseille. Nach dem Wunsch der letztern, jedoch ohne Zustimmung ihres Bruders Napoleon, vermählte sie sich 5. Mai 1797 mit B. In Paris, wo sie sich seit 1799 bei ihrem Bruder Lucian aufhielt, versammelte sie die litterarischen Berühmtheiten der Hauptstadt um sich. Im Gefühl ihrer geistigen Vorzüge hielt sie ihren Gemahl in untergeordneter Stellung. Sie selbst regierte die Fürtentümer Lucca und Piombino, und als Großherzogin von Toscana seit 1809 trat sie auf wie eine Königin. Sie 390 sich 1814 nach Bologna zurück, mußte aber im folgenden Jahre ihren Aufent-Bin in Osterreich nehmen. Auf ihrem Landgute illa-Vicentina, unweit Triest, starb sie 7. Aug. 1820. — Ihr Sohn Friedrich Napoleon B., geb. in Codroipo bei Udine 15. Aug. 1814, starb zu Rom 7. April 1833 Ran eines Sturzes vom Pferde. — Ihre Tochter Napoleone Elisa B., 3. Juni 1806 in Italien geboren und am Hofe des Kaisers in Paris erzogen, heiratete 1825 den Grafen Camerata, einen der reichsten Edelleute der Mark Ancona, lebte aber seit 1830, von diesem getrennt, auf ihren illyr. Gütern und machte sich bekannt durch die vielen wicelte! Sie Bart in welche sie ihre Oheime verwickelte. Sie starb auf Schloß Kour el Ouet in der Iiee 5. 3. Febr. 1869. — Ihr Neffe, der Graf Felice B., geb. 2. März 1803 in Ajaccio, war seit 1852 erster Kammerherr Napoleons III. seit 1863 Generalintendant der Theater. Er starb 23. Sept. 1866. ö