Badeschwamm (Euspongia officinalis) oder. Waschschwamm entsteht durch die Bereitung gewisser, im Meere ausschließlich vorkommender Schwämme, die zu der Ordnung der Hornschwämme (Halichondrea) gehören. Die Schwämme, wie sie im Handel und in Sammlungen zu finden sind 1 eigentlich nur Skelette, welche bei den Hornsche Fasen aus sehr feinen, hornigen und elasti-r schen Fasern zusammengewebt, überaus porös erscheinen, während die Kiesel⸗ und Kallschwämme feine und nadelförmige Körper von höchst zierlicher Form (Kugeln, Sterne, Nadeln Stäbchen) enthalten, die aus Kiesel⸗ oder Kalkerde bestehen, in jeder Art eine eigentümliche und sich gleichbleibende Bildung zeigen und bei mäßiger Vergrößerung sichtbar werden. Im frischen Zustande sind diese überaus sorbaren z gestalteten Skelette mit einem leicht zerstörbaren schleimigen Überzuge versehen, der den eigentlich lebenden, mit einem sehr gerin⸗ —* Grade von Bewaglichkeit versehenen tierischen eil darstellt. Neuere Forschungen haben ergeben, daß die Schwämme eigentümliche selbständige Tiere oder größtenteils wirkliche, meist aber miteinander innig verschmolzene Tierkolonien sind. Alle Schwämme sind festgewachsen an andere Körper. Ihre Lebensäußerungen sind sehr gering und beschränken sich auf die Hervorbringung kleiner Strömungen im umgebenden Wasser, welches durch die kleinern Poren aufgesaugt, durch die größern im fortdauernden Strome ausgestoßen wird und bei seinem Durchgange aufgelöste organische Stoffe zur Nahrung zurückläßt. Hervorgebracht wird diese Strömung durch neuerdings entdeckte, aber nur bei starker Vergrößerung sichtbare feine Wimpern (Cilien), welche in anhaltend drehender Bewegung sind und die einzigen bis jetzt entdeckten Organe ausmachen. Diese mikroskopischen Wimpern bilden überzüge an den innern Wänden der kleinen, zellenartigen Hohlräume, welche sich inner⸗ — der erwähnten schleimigen Masse befinden. ie neuesten Forschungen haben Eier und Spermatozoen (Samentierchen) im Innern mancher Eserr ien nachgewiesen. Erstere entstehen in zahlloser Menge in kugeligen Kapseln, letztere sind selten. Dagegen hat man häufig in der gallertartigen erischen Masse unentwickelte Embryonen, welche dem unbewaffneten —Vꝝ⸗ als weißliche Punkte erscheinen, beobachtet. Diese Embryonen lösen sich später los, bekommen eine Wimperhaut, schwimmen davon, setzen sich später fest und veranlassen die Entstehung neuer Schwämme. Die tierische Natur dieser Geschöpfe, über welche lange Zeit gestritten worden, indem viele en, Msouit dieselben für pflanzliche Gebilde erklärten, ist somit unwiderieglich dargethan. Der gemeine Schwamm oder B., auch der levantische Schwamm genannt, der in den griech. Meeren, insbesondere um Rhodus, durch Taucher gesammelt wird, ist der Gegenstand eines regelmäßigen und sehr bedeutenden Betriebes und kommt nach Deutschland fast nur über Triest. Im Adriatischen Meere, wo der B. ebenfalls gefunden wird, werden die Schwämme mit einer vierzinkigen, an langer Stange befindlichen Gabel gefischt. Sie erscheinen . Nar schwarz von einem hautartigen Überzuge. Man knetet sie frisch, am besten in süßem Wasser aus, bis aller klebrige Hanel si, Stoff vollkommen entfernt ist, und trocknet sie dann. Jetzt färbt man sie häufig gelblich zum Verkaufe. Die verschiedenen Sorten, welche im Handel unterschieden werden, die feinen, 1.Br förmigen, sehr weichen Badeschwämme von yrien, die etwas festern und plattern Zimoccaschwämme aus Griechenland, die groben, weitmaschigen, laibförmigen Pferdeschwämme aus Dalmatien und 8 dersen scheinen nur lokale Barietäten einer und derselben Art zu sein. Oskar Schmidt hat in neuester Zeit versucht, dieses nutzbare Geschöpf künstlich zu vermehren, und zwar mit gutem Erfolg. Man zerschneidet mit einem Hharsen Messer frisch aus dem Meere genommene lebende Badeschwämme in mehrere Stücke und befestigt dieselben mittels kleiner Holzpflöcke am Boden durchlöcherter Holzkästen, welche, geschlossen und mit Steinen beschwert, auf den Grund des Meeres 2,5 — 3,2 metief versenkt werden. Schon wach einer Woche sind solche Schwammstücke angewachsen und in voller eihem Leuen begriffen, indem jedes Stück sich zu einem neuen Schwamme ausbildet. Ein Versuch, diese einfache Methode künstlicher Schwammzucht an den Küsten der dalmatin. Insel Lesina zu betreiben, ist teils durch den Bohrwurm (s. d.), der die Hölzer zerstörte, teils durch die Mißgunst der descher gänzlich verunglückt und aufgegeben worden. Der B. war schon den Alten bekannt. Man hat lange den wie Kaffeebohnen gebrannten Schwamm (Schwammkohle, Spongia tosta, Carbo spongiae) innerlich als Kropfmittel gegeben. Neand der Entdeckung, daß das Jod der wirksame Bestandteil darin sei, ist dieser Gebrauch abgekommen.