FeedBalde (Jakob)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Balde (Jakob), einer der vorzüglichsten unter den neuern lat. Dichtern, geb. zu Ensisheim im Elsaß 4. Jan. 1604, studierte zu Ingolstadt, trat 1624 in den Jesuitenorden, war von 1637— 50 Hofprediger in München und starb zu Neuburg an der Donau 9. Aug. 1668. Von seinen Dichtungen nd besonders hervorzuheben: „Lyricorum libri „Epodon liber unuso (Münch. 1643 u. 1645; 2. vermehrte Ausg., Köln 1645; neuerdings wieder herausg. von F. Hipler, Münst. 1856), „Silvae ENricaes (Münch. 1643 u. 1645; 2. vermehrte Ausg., Köln 1646), „Batrachomyomachia (Inolst. 1637, Münch. 1647; mit deutscher Überetzung neu herausg. von M. J. Berchem, Münst. 1859), (Poema de vanitate mundio (Münch. 1638 u. 1649), Agathyrsuso (Münch. 1638), Solatium Podagricorumo (Münch. 1661; deutsch von Neubig, Münch. 1833), „Urania victrixo (Münch. 1643). Eine Sammlung seiner Poematao gab B. selbst heraus (4 Bde., Köln 1660); eine volländigere erschien erst längere Zeit nach seinem ode (8 Bde., Münch. 1729). Eine Auswahl aus seinen lyrischen Dichtungen gab zuerst Orelli (Zür. 1805; 2. Aufl. 1818). UÜbertragungen ausgewählter Dichtungen von B. haben Herder in der «Terpsichorev, Neubig (Münch. 1828 — 30 u. 1833, Kempten 1828 — 30, Auerbach 1843), Aigner (Augsb. 1831), Schluter (Paderb. 1857), Binhack (Reuburg 1868) und Schrott und Schleich (Münch. 1870) geliefert. B. ist ein Dichter von reicher Beabung und besonders als Lyriker ausgezeichnet. anz im Gegensatz zu seinen lat. Poesien erscheinen seine wenigen deutschen ungelenk und geschmacklos. Vgl. G. Westermayer, «Jakob B., sein Leben und seine Werkes (Münch. 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 393Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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