FeedBallautyne (James R.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ballautyne (James R.), ausgezeichneter Orientalist, geb. 13. Dez. 1813 zu Kelso in der schott. Graffchaft Roxburgh, widmete sich am Kollegium der Ostindischen Gesellschaft zu Haileybury mehrere Jahre der Erlernung orient. Sprachen und wurde nach seiner Rückkehr nach Edinburgh als Lehrer derselben an der Naval and Military Academy angestellt. Später ging er nach Ostindien, wo er seit 1841 die Stellung eines Direktors (Principal) des College zu Benares und seit 1856 zugleich die Professur der Moralphilosophie bekleidete; 1861 nach Europa zurückgekehrt, wurde er Bibliothekar des Cast-India Office, starb aber schon 16. Febr. 1864. Seine ersten Schriften waren meist Hilfsbücher für den Unterricht im Sanskrit und den neuern ind. Sprachen. Dahin gehören: «Catechism of Sanskrit grammary (Lond. 1843; 2. Aufl. 1868), Elements of Hindi Braj-Bakha grammaro (Lond. 1839; 2. Aufl. 1862), (Grammar of Hindostanee languagen (Lond. 1838 u. 1842), &Grammar of the Mahratta languagen (Edinb. 1839) u. s. w. In Indien gab er die Sanskritgrammatik „Laghu-Kaumudi mit Übersetzung und Kommentar (3 Bde., Mirzapur 1849—52; 2. Aufl., Benares 1867), das erste Buch des Mahäbhäashya oder des Kommentars des Patandschali über die Grammatik des Panini und den Anfang einer übersetzung des Sahityadarpana eraus. Von besonderm Werte sind jedoch seine bersetzungen der Grundwerke der Nyäya⸗ und der Sänkhya-Schule sowie die einiger Traktate der Vedanta⸗ Philosophie und der übrigen ind. Philosophenschulen. Eine Vermittelung der ind. mit der europ. Wissenschaft versuchte er unter anderm in „Synopsis of science, in Sanskrit and Englisho (Benares 1856) und Christianity contrasted with Hindu philosophys (Benares 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 402Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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