Ballhorn oder Balhorn (Joh.), Buchdrucker . Lübeck, welcher 1531—99 daselbst lebte und auf en der Ausdruck ballhornisieren oder verballhornen, d. i. soviel als geschmacklose Veränderungen in einem Schriftwerke machen, oder ein solches verschlechtern statt verbessern, zurückgeführt wird. Nach der gewöhnlichen Annahme druckte man schon damals Fibeln, auf deren letzter Seite das Bild eines an den Füßen gespornten Hahns war. Auch B. soll eine solche gedruckt, dabei die Sporen weggelassen, dafür aber dem Hahne zwei (oder nach andern einen ganzen Korb) Eier zur Seite gelegt und auf Grund dieser Veränderung auf den Titel die Worte averbessert durch Joh. B.y gesetzt haben. Dies ist 2 insofern unwahrscheinlich, als jenes Bild des Hahns auf der letzten Seite der Fibeln erst im 18. Jahrh. aufkam. Nach neuern Untersuchungen bezieht sich jener Ausdruck vielmehr auf eine vorzugsweise vom Senator von Stiten revidierte Ausgabe des Lübecker Stadtrechts, welche 1586 von B. gedruckt wurde, aber allerorten als eine verfehlte Arbeit Tadel erfuhr. Vgl. Grautoff,