FeedBalzen
TierreichBrockhaus 1882

Balzen oder Falzen nennt man den eigentümlichen Lockruf der Männchen verschiedener hühnerartiger Vögel während der Begattungszeit, vorzüglich der Auer⸗, Birk⸗, Schnee⸗, Stein⸗ und Hasel50 fa⸗ und der Fasanen. Von besonderer Wichtigeit für den Jäger ist das B. der Auer⸗ und Birkhühner, weil dieselben fast ausschließlich während der Balzzeit (März und April) geschossen werden. Der auf b wählt zum B. einen lichten Waldlatz, auf dem sich die Hähne und Hühner verammeln; mit possierlichen Geberden und gespreizten Geflügeln schreiten die Rivalen auf dem Platze schwine die Sieger in dem nun folgenden Kampfe chwingen sich auf Birken oder andere nahegelegene Bäume und balzen in kurzen, hellen, steigenden und fallenden Tönen mit gurgelndem und kollerndem Schlusse. Der Auerhahn dagegen bäumt abends in den Gipfel oder 1— auf einen starken Seitenast eines großen Nadelholzbaums auf, macht einige Schluckbewegungen mit dem Hal, wobei er einen grunzenden Laut von sich gibt (das Kröpfen oder Worgen) und beginnt beim ersten Morgenrauen in drei hasen Die rasch sich folgenden bteilungen zu balzen. Die erste ist ein doppelt schnalzender, trockener Laut 47 oder Kleppen), dann folgt ein klatschendes Schnalzen (Hauptschlag); den Schluß macht ein dem sanften Wetzen einer Sense ähnliches Geschwirre (Schleifen, Wetzen). Während des letztern ist der Auerhahn wie taub und blind und kann dann von dem Jäger angesprungen werden. Diese drei Balzlaute wiederholen sich auf der Höhe der Brunstzeit oft und rasch. Nach der eigentlichen Begattungszeit balzen die Auerhähne noch wochenlang (bis Juni) sast jeden Morgen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 416Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6