Bandel (Jos. Ernst von), deutscher Bildhauer, bekannt als der Schöpfer des Hermanns-Denkmals, geb. 17. Mai 1800 zu Ansbach, besuchte die höhere Realschule zu Nürnberg, dann die Kunstakademie . München und lieferte 1820 für die dortige Kunstausstellung gelungene Arbeiten, wie z. B. einen liegenden Mars. Nachdem er hierauf mehrere Jahre in Nürnberg und Rom gearbeitet, kehrte er 18²⁷ nach München zurück und begründete 1 seinen Ruf durch eine Reihe bedeutender Werke. Dahin ehören eine Charitas und namentlich viele ge-Iungene Porträtbüsten, darunter die des Königs Maximilian Joseph von Aeter. des Domenico Quaglio, des Hofmalers Stieler, des Oberbaurats Gärtner. B. wandte sich 1834 nach Berlin, um dort die Ausführung eines großartigen Denkmals Hermanns des Cheruskers vorzubereiten und folgte noch in demselben Jahre einem Rufe nach Hannover, wo er, außer verschiedenen Arbeiten zur Ausschmückung des königl. Schlosses und für Kirchen, das Gipsmodell zur Statue König Wilhelms IV. (für Göttingen) und das zu der Kolossalstatue Hermanns fertigte. Anfang 1838 siedelte er nach Detmold über und begann alsbald mit der Gründung des Unterbaues zu dem letztgenannten Denkmal und führte denselben bis 1846 zu Ende. Als jedoch die Fortführung durch die Zeitumstände unmöglich gemacht wurde, wandte er sich wiederum nach Hannover, wo er %% für die Herstellung des Hermannsdenkmals thätig war. Doch erst 1862 trat für diesen Zweck in Hannover ein Verein zusammen, unter dessen Mitwirkung er die Arbeiten wieder mit Entschiedenheit aufnahm; da er aber keinen Künstler oder ch seinem: Kupferschmied fand, der die Arbeit nach seinem 2,85 m hohen Modell in zehnfacher Vergrößerung unternehmen konnte, so unternahm er sie selbst und arbeitete mit Aufopferung seines Vermögens weiter fort, bis ihm 1871 aus Reichsmitteln 10000 Thlr. bewilligt wurden. Auf diese Weise wurde es ihm anns. Der Juli 1875 möglich, das großartige Hermanns-Denkmal (s. d.) zu vollenden. Am 16. Aug. 1875 fand unter großen eierlichkeiten die Enthüllung des Denkmals statt. ei dieser Gelegenheit erhielt B. vom Kaiser Wilhelm ein lebenslängliches Jahrgehalt von 12000 Mark und nach seinem? ode die Witwe ein solches von 6000 Mark bewilligt. Von seinen ubrigen Werken, welche er während seines Aufenthalts in Detmold und Hannover ausführte, sind noch zu nennen: eine sich schmückende Venus, ein reicher Taufstein für die Petrikirche in Hamburg, eine lebensgroße Thusnelda in röm. Gefangenschaft, ein Relief für das Militärhospital und die Standbilder von Shakspeare und Goldoni für das Theater zu Hannover. B. starb 25. Sept. 1876 auf dem Gute seines Stiefbruders zu Neudegg bei Donauwörth und wurde in Hannover beerdigt.