FeedBantingkur wird
HeilkundeBrockhaus 1882

Bantingkur wird, nach dem Engländer William Banting, eine gegen die Fettsucht gerichtete Kurmethode genannt, welche die mannigfachen Beschwerden, die mit der übermäßigen Fettbildung verbunden sind, dadurch * beseitigen sucht, daß aus der Diät alle fetten, zucker⸗ und stärkemehlhaltigen Speisen möglichst verbannt werden. Bei der Bantingdiät genießt 0 der Patient nr speisen, mit Zusatz von nur wenig Brot oder Zwieback, dazu etwas grünes Gemüse oder Kompott, vermeidet aber Mehlspeisen, Kartoffeln, Milch, Zucker, alle fetten Gerichte, ebenso Bier, D unr und Champagner, gelatte gewöhnlicher Wein, namentlich Rotwein, gestattet ist. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß die B. im allgemeinen auf richtige physiol. Grundsätze sich stützt, wie sie sich denn auch in vielen Fällen als wirksam erwiesen hat. Das Körperfett bildet sich nämlich nach Liebig's Unteruchungen vorzugsweise teils aus den Fetten der —— teils aus den stärkemehl⸗ und zuckerhaltigen Substanzen. Nichtsdestoweniger ist es niemand zu raten, sein Heil in der B. suchen zu wollen, ohne mit einem Arzte zuvor über seinen Leibeszustand Rücksprache genommen zu haben. Namentlich bei s cher 25 en und bejahrten Personen kann ein plötzlicher Wechsel der Diät geradezu gefährlich werden. überhaupt ist eine übertriebene Anwendung der Bantingdiät, also die strengste Ausschließung von allem Zucker⸗, Stärke⸗ und Fetthaltigen aus der Nahrung, durchaus zu widerraten, da jene Substanzen, in mäßigen Mengen zugeführt, ebenso notwendige Nahrungsmittel für den Menschen sind wie weißkörper. * kann es jedem, der zur Fettleibigkeit einige Neigung hat, nur nützlich sein, wenn er ch in dem Genuß jener 5 7½%½%½%½ eine weise Beschränkung auferlegt. J. Vogel II ber ohne Modifikation der B. vor: Als Frühstück Kaffee ohne Milch und Zucker mit wenig trockenem, ½ Brot oder Zwieback; als dules 1 stück ein paar weiche Eier oder etwas kaltes Fleisch, auch roher, magerer Schinken mit etwas Thee oder leichtem Wein; als ½ dünne Fleischbrühsuppe, mageres Fleisch ge och oder gebraten, leichtes Gemülse oder Kompott, einige Kartoffeln und etwas Brot; nachmittags schwarzer Kaffee; abends Fleischbrühsuppe oder Thee mit kaltem Fleisch, erm Schinken, weichen Eiern, Salat und etwas Brot. Der Erfinder der B. ist nicht Banting selbst, sondern dieser, ein Kaufmann in Kensington, hat sie nur auf den Rat seines Arztes, des Dr. William Harvey (gest. Januar 1877 in London), mit großem suhrt an sich erprobt. , hat d. seinen Leidensefährten hilfreich zu sein, hat dann Banting die urmethode in einem offenen Briefe (4Letter on corpulence, addressed to the publico, Lond. 1864 näher beschrieben. Dieser Brief erlebte in kurzer Dan mehrere Auflagen und machte den Namen antings und die B. schnell berühmt. Eine neue Kurmethode u die B. übrigens keineswegs; denn da sie sich auf längst bawäorte hysiol. Prinzipien stützt, so ist ein ähnliches diatetisches Verfahren schon längft von vielen 4 befolgt worden. Vgl. Vogel, „Korpulenz. —00 Irsachen, Verhütung und lung» (18. Aufl., Lpz. 1881), worin sich zugleich eine Übersetzung des offenen Briefes Bantings findet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 455Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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