Barka heißt das nordafrik. Hochland zwischen der Großen Syrte (dem jetzigen 3dnen von Sidra) und Agypten. Der Name hat sich aus dem Altertum erhalten, ist aber von der alten Hauptstadt auf das ganze Land übertragen worden. Die Grenzen sind im N. das Mittelmeer, im W. die Große Syrte, im S. die tiefliegende Libysche Wüste mit den Oasen Audschila und Dschalo, im O. + Agypten ohne .7 Abgrenzung eine Zahl umherschwärmender unabhängiger Stämme, sodaß B. deinrr: genau dem alten Cyrenaika entspricht. Seiner Gestalt nach ist es ein 500 m hohes von Schluchten und Thälern durchschnittenes Felsplateau, welches mit seinem nördlichsten Kap Sem unmittelbar ins Meer abfällt, meist aber von einem schönbewaldeten Küstensaum, im S. von der Wüste umgeben ist. Den westl. Teil dieses Plateau bildet der über Bengasi aufsteigende Dschebl-el-Achdar, d. h. das Grüne Gebirge, und gegen O. hin verbindet es sich mit der 160 m hohen Akabahochebene. Nach Rohlfs wohnen 302000 Seelen auf dem 159000 akm betragenden Flächenraume. Das Gebiet südlich von Bengasi heißt Barka-el-hamra, d. h. das rote B. noch südlicher Barka⸗-el-beida, das weiße B. Das Klima ist bei der hohen Lage und an dem kühlenden Meere gesund und angenehm, wie das schönste Italiens (im Winter 12— 210.), und die Küstengebiete, obwohl es nur kleine Flüßchen gibt, außerordentlich fruchtbar an Reis, atteln, Oliven, Safran u. s. w. Die schönen Weiden begünstigen Rindvieh⸗ und Schafzucht; die Pferde sind noch jetzt wie im Altertum ausgezeichnet. Aber dieser treffliche Boden (die Alten nannten ihn den Garten der Hesperiden) umfaßt nur etwa ein Viertel des ganzen unter dem Namen B. begriffenen Gebiets und hört mit dem Südrande des Dschebl-el-Achdar gegen die Libysche Wüste hin auf, ist auch lange nicht so kultiviert, wie er es im Altertume war, wovon die vielen, meist an griech.- ägypt. Charakter erinnernden Ruinen an der Nordküste zeugen. Der Osten hat nur nackte Felsen und hoch mit Flugsand bedeckten Boden. Als Mittelglied zwischen Agypten und Westafrika hat B. immer große Bedeutung gehabt. Bereits zur Zeit des Cyrus erhoben sich die Bewohner des Distrikts von B. zu einem für das benachbarte Cyrene gefährlichen Staate, der aber schon nach einem Jahrhundert sank und in ägypt. urch ihre di geriet. Im röm. Zeitalter waren sie durch ihre Raubzüge und ihre Pferdezucht bekannt. Nachher bildete B. eine Provinz des griech. Kaisertums, welche unter dem Statthalter Gregorius sich eben reih herein erklärt hatte, als die Araber 642 besich ereinbrachen. Die jetzigen Einwohner bestehen aus Arabern und wenigen Berbern, welche sich zum Islam bekennen und dem Pascha von Tripoli untergeordnet waren; am 8. Juni 1879 hat aber die türk. Regierung B. wieder vom Vilajet Tripoli abgetrennt und als selbständiges Vilajet konstituiert. Unter den Städten sind die bedeutendsten: Derna leine in reizender Gegend gelegene Küstenstadt), Gurena, in 613 m Höhe, das alte Cyrene, und Bengasi (. d.). Im zweiten Viertel des 19. Jahrh. wollten die Vereinigten Staaten von Nordamerika in B. Kolonien gründen und entrissen dem Pascha Derna, wurden aber vertrieben und gaben es ganz auf. Vgl. Pacho, «Relation d'un voyage dans la Marmorique, la Cyrenaique etc. v(Par. 1827); Barth, «Wanderungen durch die Küstenländer des Mittelmeers » (Bd. 1, Berl. 1849); Guys, „Notice sur les Ues de Bomba et Plate (Marseille 1863); Rohlfs, 4Von Tripoli nach Alexandrieno (2 Bde., Brem. 1871). ö