Bailly (Jean Sylvain), Präsident der ersten franz. Nationalversammlung im J. 1789 und Maire von Paris, geb. ebenda 15. Sept. 1736, ward von seinem Vater zum Maler bestimmt, folgte aber seiner Neigung zu litterarischen Beschäftigungen, bis ihn Lacaille ganz für die Astronomie gewann. An des letztern Stelle wurde er 1763 in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seine Histoire de Ll'astronomie „ (5 Bde., Par. 1775-87), der eine Reihe anderer hervorragender Arbeiten voraningen und folgten, fand allgemeinen Beifall. Das Rue daran wurde noch vermehrt durch die treitigkeiten, in welche durch dieses Werk B. mit Voltaire geriet und die ihn zu den «Lettres sur Porigine des scienceso (Par. 1777) und den Wettres sur 'Atlantide de Platon (Par. 1779) veranlaßten. B. wurde nun auch in die Akademie der Inschriften und 1784 in die Französische Akademie aufgenommen, Repo er Mitglied aller drei Akademien war. Die Revolution riß ihn aus seiner friedlichen Laufbahn. Zum Deputierten der Stadt Paris für den Tiers état erwählt, ward er 3. Juni 1789 dessen urakiomn und damit nach der Konituierung zur Nationalversammlung erster Präsint in dieser. Nach der Erstürmung der Bastille zum Maire von Paris ernannt (16. Juli) perwastete er dieses Amt mit 91 wor de Rechtschaffenheit bis Anfang Nov. 1791, wo er, den Extremen längst babate: dasselbe in die Hand Pethions (s. d.) niederlegte, sich ganz von den öffentlichen Angelegeneiten zurückzog und anfangs auf dem Lande in der egend von Nantes lebte, dann bei seinem Freunde Laplace zu Melun. Hier wurde er aber alsbald verhaftet, nach Paris gebracht, 11. Nov. 1793 zum Tode verurteilt und am 12. hingerichtet. Aus seinem Nachlasse wurden herausgegeben Essai sur Porigine des fables et des religions anciennes„ (2 Bde., Par. 1799) und seine Memoiren als «Mémoires d'un témoin de la Révolutiono (3 Bde., Par. 1804; deutsch von Weyland, Lpz. 1805).