Bastard nennt man im physiol. und zoolog. Sinne die Nachkommen von Eltern, welche verschiedenen Arten angehören. Da sich die Eigenschaften der Eltern auf die Nachkommen vererben, so bieten diese Mischlinge mehr oder minder in ihrer Organisation die Eigenschaften der beiden Eltern in Mischung dar, doch stets so, daß ein oder der andere Charakter überwiegt; ja 5 auch in dem Sinne, daß bei einem Wurfe mehrerer Tie Ch z. B. von Wolf und Hündin, jedes Junge die Charaktere der Eltern in besonderer Weise gemischt 3et Nur nahe verwandte Arten können sich fruchtbar miteinander begatten, wie z. B. Pferd und Esel, Wolf und Hund, 2 und Hund, Löwe und Tiger, Hase und Kaninchen, ½ und Kanarienvogel u. s. w. Die meisten dieser B. sind mit ihren Eltern, viele auch unter sich fruchtbar; die Inzucht einiger, wie „B. des Kaninchen-Hasen, ist sogar Gegenstand der Industrie geworden. Einige freilich, wie gerade die am häufigsten gezüchteten Maultiere und Maulesel, sind unfruchtbar. Die meisten B. werden absichtlich gezüchtet; doch kennt man auch im Freien erzeugte B., wie den Rackelhahn (B. von Auer⸗ und Birkhuhn), und neuerdings hat von Siebold in München von waszerih als besondere Arten beschriebenen Süßwasserfischen nachgewiesen, daß sie nur B. sind. Nachkommen Rassen hat man auch zum Unterschiede Blendlinge genannt. Da jedoch die Begriffe von Art und Rasse nicht streng voneinander geschieden werden können, so laufen —— diese Unterschiede ineinander. — Im bürgerlichen Leben .. . man mit B. das Kind einer unehelichen Verbindung. Unter dem Namen Bastardus kommt zuerst der Normannenherzog Wilhelm der Eroberer vor. Nach J. Grimm stammt das Wort wahrscheinlich aus dem Altnordischen „= hart wie Bast, in übertragener Bedeutung oviel wie unecht). [file), s. Feile.