Basilius I., byzant. Kaiser, Stifter der sog. macedon. Dynastie, geb. 813 in der Gegend von Thessalonich oder Adrianopel, entstammte einer Familie gräcisierter Slawen. In jungen Jahren ängere Zeit Sklave in bulgar. Gefangenschaft, gelangte er 838 nach Konstantinopel, wo er, ein schöner Jüngling von riesenhafter Stärke, zuerst Stallmeister am Hofe des Kaisers Theophilus und 850 Stallmeister des Kaisers Michael III. wurde. In I. 865 zum Oberkammerherrn ernannt, wurde B. der vertrauteste polit. Ratgeber Michaels. Es gelang ihm, seinen Hauptgegner, des Kaisers mächtigen, aber unpopulären Oheim Bardas, aus dem Wege zu räumen (21. April 866), worauf er zum Patricius und zum Präfekten der Hauptstadt, und am 26. Mai 866 zum Cäsar und Mitregenten erhoben wurde. Bald aber entzweite sich B. mit Michael und ließ letztern am 23. Sept. 867 aus dem Wege räumen. B. führte nun eine tüchtige und üein Bere Re-Höerer; nur daß er, auch als Kaiser kein Verehrer höherer Bildung, dem Aberglauben seiner Zeit ergeben blieb und zuweilen Züge despotischer Grausamkeit nicht zu unterdrücken vermochte. Aber er besaß einen scharfen liche Te Verstand, große Intelligenz und unermüdliche Thätigkeit. Dank seiner großen Klugheit vermied er es, sich mit den Parteien der Kirche zu verfeinden. Persönlich orthodox, stand er sich mit der rechtgläubigen Kirche gut; leider lag in dieser Richtung auch die Überwältigung (873) der Paulicianer in Asien. Dagegen förderte B. die Christianisierung der Slawen in Griechenland, stellte Ordnung in allen Zweigen der Verwaltung her und trug für tüchtige Rechtspflege Sorge. Die Verhältnisse zu der röm. Kurie, die namentlich durch den Streit zwischen Rom und Byzanz um die geistliche Herrschaft über die Bulgaren sehr gespannt geworden waren, wußte B. wenigstens erträglich zu gestalten, er verstand es auch trotz vieler Schwierigkeiten, sich mit den deutschen und ital. Herrschern fränk. Stammes zu vertragen. Sehr wechselvoll waren die langwierigen Kämpfe mit den Arabern auf der langen Linie von Cilicien bis nach Italien und Sicilien. Während 878 mit dem Fall von Syrakus letztere Insel völlig in die Hände der Araber geriet, wurde andererseits 875 ihnen Bari abgenommen, auch gelang es, die Araber aus Calabrien zu vertreiben, und die griechische Flotte erfocht 881 in den peloponnes. Gewässern große Erfolge. Im J. 877 wurde auch die byzant. Hoheit über die dalmatin. und kroat. Slawen hergestellt. B. starb am 29. Aug. 886 n. Chr.