Batteux (Abbé Charles), franz. Asthetiker, geb. 6. Mai 1713 im Dorfe Allandhuy bei Vouziers, studierte in Rheims, ließ sich darauf zum Priester weihen und ging nach Paris, wo er wissenschaftlichen Unterricht an verschiedenen Kollegien erteilte. Er wurde 1754 als Mitglied der Akademie der Inschriften, 1761 auch in die Academie francaise aufgenommen. Er starb 14. Juli 1780. Sein Hauptwerk ist: „Cours de belles-lettreso (5 Bde., Par. 1765; deutsch von Ramler, 4 Bde., Lpz. 1774, und 5. Aufl. 1802), eine Erweiterung und Umarbeitung seiner 1746 erschienenen Schrift Les beaux-arts réduits à un méme principes (deutsch von Bertram, Gotha 1751; im Auszuge von Gottsched, Lpz. 1751; mit einem Anhange und vielen Anmerkungen von J. CE. Schlegel, Lpz. 1752; vermehrt 2 Bde., Lpz. 1770). Das Grundprinzip, auf welches B. alle Künste zurückführt, ist die Nachahmung der schönen Natur. B.s Theorie fand auch in Deutschland Eingang und blieb in Geltung, bis Winckelmann und Lessing und später Herder, Schiller u. a. bessere ästhetische Prinzipien verbreiteten. „Batthyänyi, berühmte ungar. Magnatenfamilie, die ihren Stammbaum auf Cörs, einen der Mitanführer Arpads beim Einfall der Magyaren in Pannonien, zurückführt. Das Geschlecht wurde 1585 in den deutschen Freiherrnstand, 1603 in den Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II. Reichsgrafenstand, und in seiner jüngern Linie 1764 in den mierreich tets dure erhoben und zeichnete sich Raat Osterreich stets durch Anhänglichkeit und Loyaität aus. Gregorius von Cörs (gest. 1401 war 1389 Kastellan zu Gran und erhielt vom König Sigmund das Gut Batthyänyi, von dem die ganze Familie fortan den Namen führte. Balthasar I. von B., gest. 1520, war Rat und Kämmerer Ladislaus' I., dann Banus, Kapitän der Jazygen und Vizekönig in Bosnien, welches er egen die Türken standhaft verteidigte, später Feld-Lasem und Kommandant von Güns. Sein Sohn, Balthasar II. von B., geb. 1493, unter König Ludwig erster Kämmerer, 1518 Vizebanus von Kroatien und Slawonien, focht tapfer in der mohaeser Schlacht und starb 1542. Der Bruder desselben, Franz I. von B., geb. 1497, Erbherr von Güssing (Nemet-Ujvar), königl. Schatzmeister, Kämmerer und Obermundschenk, Obergespan des Eisenburger Komitats, Ban von Slawonien und Kroatien, focht 1514 unter Stephan Bathori 9 He. die Raber 18 Bauern (Kuruzen), nahm als Befehlshaber 1526 thätigen Anteil an der Schlacht bei Mohacs, hielt es dann bald mit Zapolya, bald mit Ferdinand und erhielt letzterm dur feinen Mut 1546—57 das bedrohte Slawonien und Kroatien. Er starb 28. Nov. 1566. Balthasar III. von B., geb. 1538, gest. 1590, Sohn Christoph B.s, war ein berühmter General und kämpfte mit Auszeichnung in den Türkenkriegen, besonders 1580 gegen Skanderbeg, Pascha von Posega. Aus eigenen Mitteln unterhielt er beständig 1200 Mann Fußvolk und 500 Reiter. Auf dem Reichstage von Preßburg wurde er 1582 zum Stellvertreter des Palatins zur Regulierung der Kriegsangelegenheiten erwählt. Sein Sohn, Adam J. von B., ward 1603 in den Reichsgrafenstand erhoben. Die beiden Söhne des letztern, Paul I. (geb. 1629, gest. 1689) und Christoph II. (geb. 1632, gest. 1665) wurden die Begründer zweier Linien, einer ältern und einer jüngern. Die ältere Hauptlinie zerfiel durch die Enkel ihres Stifters Paul, die Söhne des Grafen Sigismund J., in drei Speziallinien; die Scharfensteiner, die Sigismundische und die Pinkafelder. a) Die Scharfensteiner Linie ward durch Graf Adam III. von B. (geb. 1697, gest. 1782) begründet. Derselbe war Vater des Grafen Joseph von B., geb. zu Wien 30. u t 1727. Dieser, ein für Kirche und Staat höchst thätiger und von Kaiser Joseph II. sehr geschätzter ungar. Prälat, wurde 1752 Domherr zu Gran, 1759 Bischof von Siebenbürgen, 1760 Erzbischof von bisch v 1776 Fürst-Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran, 1778 Kardinalpriester und starb 23. Okt. 1799 zu Preßburg. Mit seinem Bruder, dem Grafen —— Nepomuk von B., Herr auf Scharfenstein (geb. 16. Nov. 1747, gest. 6. Juni 1831), erlosch die Linie zu Scharsche & im Mannsstamme. b) Die Sigismundiche Linie, benannt nach ihrem Begründer, dem Grafen Sigismund II. von B. (geb. 1698, gest. 1768), blüht noch jetzt und wird durch den Grafen Christoph von B. (geb. 1792) repräsentiert. Des letztern Großvaterbruders Sohn war Graf Lu dwig von Batthyänyi (. d.). c) Die Pinkafelder Linie wurde von Graf Emmerich I. (geb. e Sühne 1774) gestiftet. Derselbe hinterließ mehrere Söhne, von denen vier die Stammväter von ebenso vielen Nebenzweigen wurden, während der zweite Sohn, 562 Batthyänyi (Kasimir, Graf) Graf naz von B. (geb. 30. Juni 1741, seit 1781 Bischof von Karlsburg, gest. 17. Nov. 1798), ein eifriger Beschützer und Förderer der Wissenschaften in Siebenbürgen war. Er vermachte seine reiche Bibliothek nebst einer ansehnlichen Geldsumme der von ihm 1796 zu Karlsburg errichteten Sternwarte und hat mehrere schätzbare Schriften Uraf lassen. Die erwähnten vier Brüder waren: 1)/ Graf ünerlte Georg (geb. 1738), welcher drei Söhne interließ, die Grafen Joseph (geb. 23. Dez. 1770, gest. 25. März 1851), Pinzenz (geb. 28. Febr. 1771, gest. 3. Dez. 1827 als Vizepräsident der Allgemeinen Hofkammer und 2.eb. 24. des Honter Komitats) und Nikolaus (geb. 24. Juni 1778, gest. 14. April 1842). Der Graf Vincenz von B. hat ch seinerzeit als Reiseschriftsteller bekannt + er einzige Sohn Josephs, Graf Joseph von B., eb. 25. Juni 1836, 10 jetzt Repräsentant dieses ½ der Linie Pinkafeld. 2) Graf Emmerich II. von B., geb. 17. Aug. 1742, dessen Urenkel Geza (Victor), geb. 1. Juni bonV. t diesen Zweig vertritt. 3) Graf Alois von B., geb. 10. Okt. 1743, trat 1767 in den Jesuitenorden, vermählte sich aber nach dessen Aufhebung und sprach 1790 auf dem Reichstage zu Ofen für die Protestanten. Er starb 1821 ohne männliche Nachkommen. 4) Graf Joann Nepomuk von B., geb. 1754, gest. 1822, essen Zweig gegenwärtig durch den Enkel, den Grafen Guido von B., geb. 1824, vertreten wird. Die jüngere Hauptlinie wurde durch den Sohn ihres Stifters (Christophs II.), den Grafen Adam II. von B. anron Derselbe erhielt im Kampfe gegen Rakoczy Kroatien und das rechte Donauufer dem österr. Hause und starb als Ban von Kroatien 1703. Sein Sohn, Glet Karl von B., eins der ausgezeichnetsten Glieder des Geschlechts, geb. 1697, diente zuerst im Türkenkriege und ging dann mit einer österr. Gesandtschaft 1719 nach Konstantinopel. Als Feldmarschalllieutenant wohnte er den Feldzügen des Prinzen Eugen am Rhein und dem letzten Türkenkriege unter Kaiser Karl VI. bei. Namentlich aber zeichnete er sich im Osterreichischen bei Pfasseno aus und bewirkte durch den Sieg bei faffenhofen über die Franzosen und Bayern (15. April 1745) und die Eroberung Bayerns den Frieden zu Füssen. Später be-Rüedert er als eum auch am Rhein und in den iederlanden, wenn auch nicht immer mit Glück, doch von Fricden und Feind geachtet. Nach dem Aachener Frieden wurde B. Oberhofmeister des nachmaligen Kaisers Rart II., legte aber nach Würde 1763 nieder und starb 15. April 1772, na dem er 3. Jan. 1764 zum Reichsfürsten nach dem Rechte der Erstgeburt erhoben worden. Da ihm sein einziger Sohn bereits gestorben war, ging die Bunen Ada an den Sohn seines Bruders, den Jursten Adam Wenzel von B., geb. 17. März 1722, über. Letzterer war erst Vizebanus von Kroatien, wurde 1767 Feldzeugmeister und starb 25.Okt. 1787 zu Sacco auf einer Reise in Tirol. Dessen Sohn, Fürst Ludwig von B., est. 15. Juli 1806, war der Vater des Fürsten Philipp von B., geb. 13. Nov. 1781, Erbobergespan des Eisenburger Komitats, gest. 22. Juli 1870, und des Grafen Johann Baptist von B., geb. 7. April 1784, jest. 26. März 1865, die jedoch beide ohne männliche Nachkommen I Craf Ein Bruderssohn des Fürsten dam Wenzel, Graf Anton von B. (geb. 14. Dez. 1762, gest. 20. Sept. 1828), hinterließ zwei Söhne, tdie Grafen Gustav, geb. 8. Dez. 1803, und Ka⸗ „simir von Batthyänyi d.), von denen der erstere 1870 dem rten P ilipp succedierte. Batthyauyi (Kasimir, Graf), ungar. Minister des Auswärtigen während der Insurrektion von 1848—49, geb. 4. Juni 1807, bereiste nach Beendigung seiner Studien die meisten Länder Europas und s * nach seiner Rückkehr der liberalen Partei an. Mit ——— reigebigkeit unterstützte er alle „nationalen Unternehmungen und begünstigte namentlich den Druck ungar. liberaler Schriften im Auslande, wie er auch selbst einige von ihm gehaltene Reden (Lpz. 1847) veröffentlichte. Im Sommer 1848 zum Obergespan und Regierungskomne ür das Baranyer Komitat ernannt, besetzte die % auf der Donau und Drau und errang 13. Nov. bei Szarwas und 19. Dez. bei Csepin nicht unbedeutende Siege. Als sich Esseg im Febr. 1849 an die Osterreicher ergeben mußte, rettete sich B. nach Debreczin und wurde von der dort weilenden ungar. Regierung zum Civil⸗ und Militärgouverneur für Kleinkumanien, Szegedin, Theresiopel und Zombor ernannt, in welcher Stellung er später an der un Feldzug in der Bacska Anteil nahm. Nach der deer zum Miuißer des 3 vom 14. April 1849 wurde er zum Minister des Auswärtigen ernannt, folgte Kossuth auf dem Rückzuge nach Szegedin und Arad und flüchtete nach der Edin: Bon von Vilagos (14. Aug. 1849) nach Widdin. Von hier wurde er dann mit Kossuth und den übrigen Häuptern der Revolution zuerst nach Schumla und von da er Kutahia gebracht. Aus der Türkei wandte er sich später nach Paris, wo er 13. Juli 1854 starb.