FeedBaudius (Auguste)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Baudius (Auguste), Schauspielerin, Gattin des Schriftstellers Adolf Wilbrandt (s. d.) audouin (Jean Magloire), franz. Gelehrter, * 15. Sept. 1819 zu St.⸗Benoit-sur-Loire im epart. Loiret, besuchte das Seminar zu Orleans und später, nachdem er kurze Zeit 1 am Colloge 6 Pont-Levoy gewesen, die Polytechnische chule zu Paris. Hier pühnln er mehrere Abhandlungen mathemat., physikal. und nationalökonom. Inhalts. Als Erzieher der Söhne des Her-Raf von Orléans 1851—57 machte er zahlreiche eisen in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Nach seiner Rückkehr studierte er noch Jura. Vom Unterrichtsminister Duruy beauftragt, machte B. 1863 eine Reise, um das Schulwesen in Deutschland, Belgien und der Schweiz kennen zu lernen, und veröffentlichte nach seiner Imeraln einen «Rapporto, infolge dessen er zum Generalinspektor des Elementarunterrichts ernannt wurde. Im J. 1866 wurde er nach Konstantinopel gesendet, um über die unter franz. Patronat zu gründenden Spezialschulen nührung i0 zu machen, die auch teilweise zur Ausführung kamen. B. hat auch eine lübersetzung des Nibelungenliedes (1856) geliefert. Er starb 13. März 1882 zu — audrier (frz.), Wehrgehenk. Bandrillart 11 Joseph Léon), franz. Publiist und Nationalökonom, geb. 28. Nov. 1821 zu Paris, war Lehrer der Nationalökonomie am College de France, leitete einige Zeit den &Constitutionneb und übernahm dann die Chefredaction des „Journal des Economisteso, Unter seinen zahlreichen Werken sind hervorzuheben: Manuel d'économie politiques (1857), „Des rapports de la morale et de l'ëconomie politiques (1860), Publicistes modernes (1862), 4La liberté du travail, Passociation et la démocraties (1865), La famille et l'éducation en France dans leurs rapports avee l'état de la sociétén (1874), AHistoire du luxes (4 Bde., 1878—80). Bandry (Paul Jacques Aimé), franz. Maler, Hre zu Bourbon-Vendee 7. Nov. 1828 von rolling, erhielt 1850 den ersten großen Preis der Malerei und damit das dreijährige Stipendium für weitere Studien in Rom. Unter seinen Arbeiten wurden 1857 die Hinrichtung einer Vestalin und beurch v mit dem Kinde (beide Bilder jetzt im Luxemourg) wohlwollend aufgenommen. Sein 10 Werk war Charlotte Corday, das gefeiertste Bild auf der Ausstellung von 1861. Später wandte mi B. vorzugsweise zur Behandlung mytholog. und allegorischer Gegenstände. Gelungene Dekorationsmalereien im Hotel Paiva und Hötel Galliera . Paris verschafften ihm den Auftrag, das Foyer er neuen Wasere Oper auszumalen. Er vollendete diese Malerei 1874. An der Decke, auf dem mittelsten rechtwinkeligen Felde, sind dargestellt die Melodie und Harmonie als zwei schöne e und die ein Bündnis schließen und die Poesie und Fama zu Begleiterinnen haben; die beiden Ovale neben diesem Rechteck zeigen die Tragödie, mit ihrem Odem drei weibliche Figuren beseelend, welche die von ihr eingeflößten Gefühle, Mitleiden, Schrecken und Wut, und die Komödie, einen Faun peitschend, welchem sie die Löwenlarve abreißt. Der Grund⸗ und Gesamtgedanke der Komposition entwickelt sich weiter in den zwölf vertieften Abteilungen des Deckbalkens; die zwei größern Felder an den Schmalseiten des Saals enthalten die Dichter⸗ und Künstlerversammlung vor einem dor. Tempelbau (Homer, Hesiod, Orpheus, Pindar, Polyklet, Polygnot, Amphion u. s. w.) und den Parnaß, wo die Musen die Hauptrepräsentanten der Tonkunst empfangen (Mozart, Haydn, Gluck, Beethoven, Rameau, Lully, Meêhul, Boieldieu, Rossini, Meyerbeer, Hérold, Auber). In den zehn kleinern Feldern an den an ver 2 des Saals sind die magischen Wirkungen der Ton⸗ und Tanzkunst und die ihren von der Dichtung, Sage und Geschichte in i bider Traditionen beigelegte Rolle abgebildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 570Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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