Bauernspiele werden die mittelalterlichen Schauspiele genannt, welche unter den Bauern der südl. Hälfte Deutschlands, besonders der Alpenländer, bis in das 18. Jahrh. sehr verbreitet waren, in unsern Tagen aber bis auf vereinzelte Reste untergegangen sind. Die Aufführungen der Kirchenschauspiele, der Mysterien (s. d.), welche im Mittelalter als gottesdienstliche Feier galten, hatten die Landleute zur Nachahmung gereizt. Schon im 15. Jahrh. wurden viele solcher Spiele gehalten, teils unvollkommen der dramatischen Proze nach, bloße die Marienklagen, teils vollkommen theatralische Vorstellungen mit kostspieligem Pompe auf den Kirchhöfen der Dörfer aufgeführt. Die Gedichte dazu waren zum Teil bemalls auf den Dörfern entstanden, von Geistlichen, oft von den Kantoren verfaßt, welche letztern, weil diese Schauspiele immer musikalische Bestandteile hatten, sich vornehmlich mit Einrichtung und Leitung derselben abgaben. In neuen Schwung kamen die heiligen Schauspiele durch die Jesuiten. Diese stellten nicht nur in ihren Schulstiften die Mysterien in neuen U und großer Pracht wieder her, sondern sorgten auch eifrig für Erhaltung und Verbreitung der B., und zeigten sich, um die 11 . zu erhalten, dem ahen Bauerngeschmack willfährig. So gerieten die Aufführungen bis in die Mitte des 18. Jahrh. in den ärgsten Unsinn und die gröbste em 4Spoft inein, wie Leopold von Bucher in seinem Spottpiele von der Sündfluto und Seb. Seyler in seinem Adam und Evay sie schildern. In Tirol und Oberbayern, wo die B. mit wahrer Leidenschaft betrieben wurden, und man sich nicht mehr mit Aufrungen an hohen Kirchenfesten begnügte, sondern ast alle Sonntage in den Schenken Heiligengechichten und Ritterkomödien aufführte, wurden sie unterdrückt, und auch anderwürts verschwanden sr daher in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrh. um diese Zeit. Von den unzähligen Sabburg, Cteiern die in der Schweiz, in Tirol, Salzburg teiermark, Oberbayern und Schwaben förmlich eingesetzt waren, hat sich nur ein einziges, das Pasburch ein in Oberammergau (s. d.) in Oberbayern urch eine rechtzeitige Selbstreform und durch den religiösen Kunstgeist der Gemeinde in vollem Glanz und Ansehen erhalten. (S. Passionsspiele.)