Baugé, Stadt im franz. Depart. Maineret-Loire, Hauptort eines Arrondissements, am rechten Ufer des Couesnon, über welchen eine schöne Brücke führt, 36 km im NO. von ngers, zählt (1876) 3318 (Gemeinde 3448) E., hat einen Geri tshof erster Instanz, ein Collége, mehrere b, Woll⸗ eine Kirche aus dem 11. und 12. Jahrh., Woll⸗ und Leinenfabrikation, Vieh⸗ und Holzhandel. Hier besiegte 1421 der franz. Marschall de la Fayette die Engländer. Folko von Nera gründete im 10. Jahrh. das nahegelegene Baugeé-le-Viel, unweit davon erbaute im 15. Jahrh. König Rens ein Schloß (heute Mairie), um welches sich bald die heutige Stadt erhob. Das Flüßchen Altrée verliert sich bei B. und ergießt sich unterirdisch in den Couesnon. jaften und Baugenossenschaften alle zu schwerer In war früher die Bezeichnung für „linge, insofern sie entweder nach Bestimmung des „Gesetzes (wo eine besondere Strafe der Baugefangenschaft unter eigenem Titel bestand) oder nach dem Ermessen der Verwaltung mit Bauten beschäftigt wurden. Offentliche Zwangsarbeit verurteilter Sträflinge bestand lange Zeit bevor die Ineuern Gefängniseinrichtungen geschaffen wurden. Unter diesen öffentlich im Freien 10 verrichtenden Arbeiten nahmen die Bauten zu allen Zeiten einen hervorragenden Platz ein. Schon die Römer kann⸗ „ten Verurteilung zum Bergbau (damnatio in meftalla), die noch heute in Sibirien gehandhabt wird. Anderweitige Anwendungen sind: Hafenbauten Galeerenstrafe) und Festungsbauten, welche besonders in Deutschland den zu Ketten⸗ oder Karrentrafe Verurteilten auferlegt wurden. Der Titel der Baugefangenschaft ist aus den neuen uoch Stuf. verschwunden; doch können auch heute noch Sträflinge mit Bauarbeiten im Freien beschäftigt werden. Dies geschieht regelmäßig in Englands Seehafenplätzen, wenn sich an denselben uchthäuser esinden (Portland, Chatham, Cork). Auch die neue Strafanstalt zu Rendsburg wurde durch Gefangene selbst errichtet. gelegenes Kalkplateau, Arrondissement Chambery, ½1 der Isere und dem Arc, den Seen von nnecy und Le Bourget, durchflossen vom obern Cheran, 20 km lang, 18 km breit, im Mittel 1000m och, kulminiert im 2174 m hohen Trelod bei Le hätelard und hat 13 Gemeinden, welche früher eine Art von kleiner Föderativrepublik bildeten und wegen ihrer steilen Berge und schlimmen Wege oft ein Asyl gewesen sind. ten. In den modernen Großstädten, die fortwährend eine starke Anziehungskraft au die u rige Bevölkerung ausüben, erzeugt die + des latzes gegenüber der steigenden Nachfrage eine teigerung des Bodenwerts, die sich auch in einer Erhöhung der Wohnungsmieten ausdrücken muß, wenn auch die Aufführung vielstöckiger Häuser der letztern einigermaßen entge enwirkt. Wird vollends in Zeiten eines raschen wirtse ftlichen Aufschwungs, der ohnehin eine allgemeine Preissteigerung mit sich 1 bringen pflegt, der Zudrang zu den Städten plötzich ungewöhnlich Ruset so entsteht oft eine Preie liche Agiotage in Häusern, durch welche die Preise derselben wie die Mieten ++ zu ganz exorbitanten Sätzen emporgetrieben werden, sodaß nicht nur ssen die untern, sondern 506 für die mittlern Klassen 5. st drückende Wohnungsnot erzeugt wird. (S. Wohnungsfrage.) Zu den Mitteln, diesen Notstand zu bekämpfen, gehört nun der Bau neuer Häuser entweder durch gemeinnutzige, nicht auf ungewöhnlichen Spekulationsgewinn ausgehende Vereinsthätigkeit oder a durch Anwendung des Prinzips der genossenscha —. Selbsthilfe. Die gemeinnützigen Baugesellschaften bealten stets, wenigstens teilweise, den Charakter von ohlthätigkeitsunternehmungen. Sie beanspruchen zwar eine Verzinsung ihres Kapitals, aber nur zu einem sehr mäßigen Satze, ihre Verwaltung bringt manches Opfer an Zeit und Mühe ohne alle Vergütung und sie verzichten freiwillig auf den besondern Konjunkturengewinn, der unter den obwaltenden Umständen vielleicht leicht zu erzielen wäre. Auch haben die Baugesellschaften dieser Gattun meistens den 20 der unden chen und sozialpolit. Zweck, für die Hebung der arbeitenden Klassen zu wirken indem sie von der richtigen Einsicht ausgehen daß eine Verbesserung der Wohnungsverhaltnisse der Arbeiter eine der wichtigsten Vorbedingungen zu andern Wes n, materiellen und sittlichen formen bildet. Besonders ist es als ein großer solumd Gewinn anzusehen, wenn, wie dies in Engand schon in großem Umfange der Fall ist, den besser gestellten Arbeitern durch angemessene Organisationen der Ankauf eigener kleiner Häuser möglich gemacht wird. Die älteste deutsche Ge elschaft dieser Art ist die 1848 gegründete emeinnützige Berliner Baugesellschaft, deren Beispiel seitdem in vielen andern Städten Nachfolge Weihallnisse Einigermaßen anders liegen die Verhältnisse, wenn in einem Industrie-oder Bergwerksorte die Arbeitgeber vereinzelt oder in Vereinen die Herstellung von Arbeiterwohnungen bernehmen. Auch in diesen Wach ist 00 eine wohlwollende und gemeinnützige sicht vorhanden, Aala aber wirkt auch die Abcht mit, größern Einfluß auf die Arbeiter zu erd½ und namentlich einen soliden Stamm bei der Fabrik ansässig zu erhalten. Der Ankauf der 8ch 6. um Kostenpreise wird den Arbeitern oft durch beher Zugeständnisse oder Prämien erleichtert; och gibt es auch Arbeitgeber, welche die sehung ndsätzlich nur vermieten und nur Herabsetzung r Miete als en Heseuschaf Die bekannteste dieser industriellen Baugesell ½ ist die der Cité ouvrières in Mülhausen im Elsaß, die 1853 von 12 Aktionären mit einem Kapital von 300000 Frs. egründet wurde und von Napoleon III. einen Zuchuß von gleichem Betrage erhielt. Ihre Häuser nd nach verschiedenen Modellen gebaut und weren zu dem Herstellungspreise von 2—3500 Frs., der Zam allmählich abzutragen ist, an Arbeiter ver⸗ — und ausnahmsweise vermietet. Zu der alten Cité ist noch eine neue gekommen und beide zusammen zählten im J. 1876 bereits 920 Häuser mit 6550 Bewohnern. Die genos anhmiLebnlee andern wolentets ten verlangen keinerlei Beihilfe, sondern wollen teils durch eigene Mittel, teils mit Hilfe ihres durch die Association erweiterten Kredits entweder selbst Häuser der Verkauf oder zur Vermietung an ihre Mitglieder bauen oder die letztern durch langsam amortisierbare Darlehne in den Stand setzen, ndun1— bauen. Nachdem Selt früher in Schottland uner der Leitung Lord Selkirks ähnliche Versuche gemacht worden waren, begann in den dreißiger Jahren in England eine raschere Entwickelung solcher Baugenossenschaften in eigentümlichen Formen. Dieselben werden zwar Benefit-building societieso genannt, sind aber keineswegs Wohlthätigkeitseinrichtungen, sondern beruhen ledigli . Selbsthilfe. dore erste privatrechtliche Grundlage erhielten sie durch ein allerdings sehr unvollkommenes Gesetz von 1836. Ursprünglich traten sie meistens als sog. terminable Gesellschaften auf, nämlich mit einer festb Eratred Dauer und einer geschlossenen sch von Mitgliedern. Die letztern verpflichteten ch, in monatlichen Raten bestimmte Jahresbeiträge zu zahlen, und erhielten dafür das Anrecht auf eine bei der Liquidation der Gesellschaft zahlbare Summe (höchstens 150 Pfd. St.), welche die Geharseut rer Beiträge mit Zins und Zinseszins rstellte. Jedes Mitglied konnte aber auch vorher bei die aft durch das Haus selbst hypothe-Mutalt Ssehel erhielt. Außerdem konnte dem Mitgliede der zur Zeit der Enanen weht bereits nicht alle Mitglieder wirti zum Bauen ollte blieausbezahlt werden. a ich en en si ben nur als Einleger bei der Gesells aft, die für sie nur die Bedeutung einer gute Zinsen gebenden Sparkasse hatte. r, von Nichtmutgl die Gesellschaften auch dazu über, von Nichtmitgliedern Darlehne und sogar nach Art der Banken verzinsliche Depositen mit kurzer Kündi Gungefel anzunehmen. Es entstanden dann auch gese schaften von unbeenzter Dauer, die aber mehr und mehr den ursprünglichen Charakter der Institution verloren und —. zu Realkreditanstalten wurden, Eiteb welche kleine Einleger Borgern aus den Mittelklassen große und ziemlich hoch verzinste Hypothekardarlehne gewähren. Eine 1870 niedergesetzte parlamentarische Untersuchungskommission schätzte die Zahl der in England be chenden terminabeln und Mhtgliedern. ften auf 2000 mit 800 000 In Deutschland ist die Zahl der nach den Grundsätzen von Schulze-Delitzsch gebildeten Genossensch bur in neuester Rüg etig zurückgegangen, was ich durch die ungünstige D und den an vielen Orten an die Stelle der Wohnungsnot getretenen Wohnungsüberfluß leicht erklärt. Während der Anwaltschaft der Genossenschaften 1876 außer 10 österreichischen 54 deutsche Baugenossenschaften bekannt waren, betru Uze. der letztern Ende 1880 nur noch 36. Schulze-De * machte mit Recht stets darauf aufmerksam, daß weder die Einlagen der Genossenschafter, die ja durch den Austritt der letztern zurückgezogen werden können, noch kündbare Darlehne als genügende Basis hen die Operationen einer Baugenossenschaft anzusehen sind, daß eine solche vielmehr dahin streben muß, rößere Summen aufzunehmen, die auf längere rden unkündbar oder langsam amortisierbar Ratndernfalls wird man genötigt sein, von den Mit gliedern die Ansammlung unkündbarer aHausanteiles zu verlangen. Die meisten deutschen Baugenosfenshaften bauen selbst, und zwar in großen Städten wegen der hohen Bodenpreise meistens größere Hauser mit mehrern Wohnungen, die sie an ihre Mitglieder vermieten. Nur wenige bechränken sich, wie die Breslauer Bau-Spargenosenschaft, grundsätzlich darauf, ihren 2 4.½77 Kredit zum Bauen zu gewähren. — Mit dem Namen Be werden zuweilen auch die Vgl. E. von Plener, «Engl. Baugenossenschaften (Wien 1873) Schall, «Das Arheiterquartier in Mülhauseno Berl. 1877); Schneider, Mitteilungen über deutsche Baugeno enschaften nebst einem Statut und Motiven » (Lpz. 1875). ů